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Fischwanderungen - eine Folge der globalen Meereserwärmung

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Fischwanderungen - eine Folge der globalen Meereserwärmung
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Von Jeremy Wilks  & Sabine Sans
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In unserem monatlichen Update zum Klimawandel geht es um die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf unsere Ozeane. In Dänemark ist die Ankunft neuer Arten wie Thunfisch und Sardellen ein Zeichen für die großen Veränderungen, die mit der Erwärmung der Gewässer einhergehen. Manche Arten gedeihen, andere überleben nur knapp.

"Es liegt zum großen Teil am Klimawandel, dass wir diese Arten jetzt hier fangen, so weit nördlich in Dänemark."
Mark Payne
Wissenschaftler an Dänemarks Technischer Universität

Aktuelle Klimadaten

Aber zuerst die aktuellen Daten des Copernicus Climate Change Service.

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Euronews-Reporter Jeremy Wilkseuronews

In Europa dauerte die Kältewelle von April bis in den Mai, mit Temperaturen, die 0,5 Grad unter dem Durchschnitt von 1991 bis 2020 lagen.

Copernicus Climate Change Service, implementiert von ECMWF / Roshydromet
Karte der Oberflächenlufttemperatur-Anomalien, 1991-2020 ReferenzperiodeCopernicus Climate Change Service, implementiert von ECMWF / Roshydromet

Die Klimadaten des vergangenen Monats sind von Kontrasten geprägt. Das sieht man auf der Karte, die die Anomalien der Oberflächenlufttemperatur zeigt. Es gibt eine klare Diskrepanz zwischen dem kalten Blau über Europa und diesem roten Bereich über Zentralasien. Dort lagen die Temperaturen im vergangenen Monat fünf Grad über dem Durchschnitt.

Und es gab einige Extreme: Innerhalb des Polarkreises gab es einen kurzen Anstieg des warmen Wetters, wobei das Dorf Nizhnyaya Pesha am 20. Mai 31 Grad erreichte.

Copernicus Climate Change Service, implementiert von ECMWF / Met Office
Niederschlags-Anomalien Mai 2021Copernicus Climate Change Service, implementiert von ECMWF / Met Office

Bei den Niederschlagsanomalien gab es Parallelen zu den Temperaturkarten. Die Gebiete, in denen es wärmer war, waren auch trockener - in Griechenland, der Türkei und Russland.

Im Nordwesten Europas war es sowohl kalt als auch feucht - Wales hatte mit 245 Millimetern Regen sogar den nassesten Mai seit der Aufzeichnung.

Fischfang in Dänemark: der Klimawandel lässt neue Arten auftauchen

In unserem Bericht aus Dänemark geht es um die signifikanten Auswirkungen des Klimawandels auf Fischpopulationen weltweit. Fische reagieren besonders empfindlich auf Temperaturveränderungen. Da die Ozeane wärmer werden, wandern einige Arten nach Norden, andere kommen aus dem Süden, einige gedeihen und andere überleben nur knapp.

Im Hafen von Gilleleje nördlich von Kopenhagen wird der tägliche Fang für den Verkauf vorbereitet. Die Fischer stehen unter dem Druck restriktiver Quoten, sie klagen über die Wasserverschmutzung durch landwirtschaftliche Abwässer und sie merken den Klimawandel: In ihren Netzen finden sie neue Fischarten, sagt Auktionator Lasse Nordahl:

"Es gibt neue Arten, die wir hier noch nicht so oft gesehen haben. Zum Beispiel gab es dieses Jahr Tintenfische. In den vergangenen Jahren gab es auch ziemlich viele Rotzungen. Die gab es noch nicht, als ich hier angefangen habe. Die Rotbarbe ist eine weitere Art, die bei uns auftaucht, nicht in großen Mengen, aber immer öfter."

Fische reagieren empfindlich auf Temperaturveränderungen

Fische sind Kaltblüter, die nahe an ihrer oberen Temperaturschwelle leben. Deshalb ziehen sie in neue Lebensräume. In Europa wandern daher einige Fischarten nach Norden, weg von wärmeren Gewässern. Der Wissenschaftler Mark Payne erklärt, warum:

"Wenn es an Land zu heiß wird, kann man unter einem Baum Schutz suchen oder sich vielleicht eingraben, während der Ozean viel uniformer ist. Hier gibt es keinen Schutz. Es ist viel schwieriger, bei widrigen Bedingungen Schutz zu finden als an Land."

Auswirkungen des Klimawandels

An der Technischen Universität von Dänemark zeigt die routinemäßige Überwachung der dänischen Gewässer die Auswirkungen des Klimawandels auf. Es gibt zwei Haupttrends - die Ankunft von Arten wie Thunfisch, Seehecht und Sardellen und der Rückgang einheimischer Fischarten wie dem Ostseedorsch, sagt die Forscherin Louise Lundgaard:

"Heute ist ein vier Jahre alter Dorsch kleiner, als er es zum Beispiel vor zehn Jahren gewesen wäre", erklärt die technische Assistentin, die an Dänemarks Technischer Universität arbeitet. "Das liegt daran, dass sich die Fische mehr auf die Fortpflanzung als auf das Wachstum konzentrieren. Das kann sowohl an der Wassertemperatur liegen als auch an der Nahrungssituation, an der Menge des Futters und an vielen anderen Faktoren."

Die Veränderungen, die man in Dänemark beobachten kann, finden weltweit statt. Genauso wie sich Fischpopulationen an die globale Erwärmung anpassen, sollten auch die Menschen das tun:

"Alle Gemeinden und Unternehmen, die vom Fischfang an unseren Küsten abhängig sind, stehen vor neuen Herausforderungen", sagt Mark Payne. _"Sie werden gezwungen sein, ihre Fischfangtechniken, ihre Fanggeräte, die Art und Weise, wie sie den Fisch lagern und verarbeiten anzupassen - und auch, wie sie den Fisch in der Lieferkette verkaufen. Wir gehen davon aus, dass die gesamte fischverarbeitende Industrie gezwungen sein wird, sich auf diese Veränderungen einzustellen." _

Die Fischereiindustrie passt sich an. Verbraucher können die Situation verbessern, indem sie nachhaltigen Fisch kaufen.