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Neue Studie: Grünanlagen haben einen positiven Effekt auf die Gesundheit

Neue Studie zu biologischem Alter
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Von Charlotte Elton
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Könnte das Wohnen in der Nähe eines Parks oder einer Grünfläche "jünger" machen? Eine neue US-Studie präsentiert verblüffende Ergebnisse.

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Sind Sie auf der Suche nach einem Jungbrunnen? Verschwenden Sie Ihr Geld nicht länger für teure Kosmetika, sondern verbringen Sie mehr Zeit in Parks.

Denn eine neue Studie hat gezeigt, dass der Zugang zu Parks und Gemeinschaftsgärten in der Nachbarschaft die biologische Alterung verlangsamen kann.

Demnach hat ein spanisch-amerikanisches Forscherteam herausgefunden, dass Menschen, die in der Nähe von Grünflächen leben, im Durchschnitt zweieinhalb Jahre jünger sind als diejenigen, die dies nicht tun.

"Wenn man in der Nähe von Grünflächen lebt, kann man jünger sein, als man tatsächlich ist", so Kyeezu Kim, Hauptautorin der Studie und Postdoktorandin an der Feinberg School of Medicine der Northwestern University.

"Wir glauben, dass unsere Ergebnisse wichtige Auswirkungen auf die Stadtplanung haben, wenn es darum geht, die grüne Infrastruktur auszubauen, um die öffentliche Gesundheit zu fördern und gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern."

Wie messen Wissenschaftler das biologische Alter?

Die neue Studie untersuchte die Auswirkungen von Parks auf das biologische Alter. Das Team analysierte eine Art chemischer Veränderung der DNA, die als "Methylierung" bekannt ist - ein chemischer Prozess, der in unserer DNA stattfindet.

Bestimmte Muster der DNA-Methylierung verändern sich mit zunehmendem Alter. Diese Veränderungen können genutzt werden, um das biologische Alter einer Person auf molekularer Ebene abzuschätzen - eine so genannte "epigenetische Uhr".

Anhand dieser Uhr können Wissenschaftler vorhersagen, wie hoch das Risiko eines Herzinfarkts, einer Krebserkrankung oder einer Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit ist.

Wie kann der Besuch eines Parks die epigenetische Uhr zurückdrehen?

Dr. Kim und sein Team analysierten die Wohnadressen von 924 Personen in vier US-Städten über einen Zeitraum von 20 Jahren - von 1986 bis 2006 - um festzustellen, wie nahe sie an Vegetation und Parks wohnten.

Sie verknüpften diese Daten mit Blutproben, die im gleichen Zeitraum entnommen wurden, und kontrollierten andere Variablen wie Bildung, Einkommen und Risikofaktoren wie etwa Rauchen.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Eine Gruppe von Befragten lebte an Adressen, die in einem Umkreis von fünf Kilometern zu 20 Prozent von Grünflächen umgeben waren. Sie waren biologisch etwa zweieinhalb Jahre älter als diejenigen, deren Wohnorte zu 30 Prozent von Grünflächen umgeben waren.

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Laut einer neuen Studie können Grünflächen das biologische Alter verringerncanva

Eine höhere Anzahl sozialer Interaktionen und mehr körperliche Bewegung seien teilweise für diesen Unterschied im biologischen Alter verantwortlich, so die Forscher.

Den Autoren der Studie zufolge war der Zusammenhang zwischen epigenetischer Alterung und Grünflächen bei Menschen aus benachteiligten Stadtvierteln noch stärker ausgeprägt.

Welche weiteren gesundheitlichen Vorteile haben Grünflächen?

Der gesundheitliche Nutzen von Besuchen in der städtischen Natur ist gut dokumentiert. Einer im Januar dieses Jahres veröffentlichten finnischen Studie zufolge verringert der Besuch von Grünflächen die Wahrscheinlichkeit, dassStadtbewohner:innenMedikamente gegen Asthma oder Bluthochdruck einnehmen müssen, um ein Drittel bzw. ein Viertel.

Auch die Einnahme von Psychopharmaka kann durch den Besuch eines Parks drastisch gesenkt werden, nämlich um 33 Prozent.

"Diese Studie liefert wertvolle Erkenntnisse, die Stadtplaner und Entscheidungsträger zur Kenntnis nehmen sollten, insbesondere bei den laufenden Diskussionen über Wohnstrategien", so Dr. Mirjam Schindler, Dozentin für Humangeographie an der Victoria University of Wellington. Die Nähe zu Grünflächen sei der Schlüssel "zur Erschließung ihrer gesundheitlichen Auswirkungen, einschließlich des Potenzials, die epigenetische Alterung zu verlangsamen."

Grünflächen sind gut für den Planeten

Grünflächen werden immer wichtiger, da sich der Planet aufheizt. Städtische Gebiete wirken im Sommer wie Wärmeinseln, weil Beton und Asphalt die Sonnenstrahlen absorbieren. So kann die Temperatur in Paris während Hitzewellen um bis zu zehn Grad Celsius höher liegen, als in den umliegenden ländlichen Gebieten.

Und in den Städten wohnen immer mehr Menschen. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in städtischen Gebieten, und man geht davon aus, dass dieser Anteil bis 2050 auf 68 Prozent steigen wird.

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