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Viel und billig war gestern. Agrarökologie sucht nach Lösungen

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Von Cyril Fourneris
Zuerst veröffentlicht am
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Die Art, wie wir Lebensmittel produzieren und Landwirtschaft betreiben, ist nicht zufunftsfähig, nicht nachhaltig und schädigt unsere Lebengsgrundlage. Wie kann unsere Lebensmittel-Produktion grüner werden?

Viel und billig ist nicht mehr zeitgemäß. Die Art, wie wir Lebensmittel produzieren und Landwirtschaft betreiben, ist nicht zufunftsfähig, nicht nachhaltig und schädigt unsere Lebengsgrundlage. Wie kann unsere Lebensmittel-Produktion grüner werden?

Christian Huyghe von der französische Forschungsorganisation "Institut national de recherche pour l’agriculture, l’alimentation et l’environnement" (INRAE) sagt, dass wir zwangsläufig völig neue Systeme entwicklen müssen. Und das könne mithilfe der Forschung und Politik gelingen, mit Agrarökologie und regenerativer Landwirtschaft.

Komplexere Systeme und mehr biologische Vielfalt

Christian Huyghe: 

"Wir haben eine große Verantwortung gegenüber dieser und zukünftigen Generationen. Wir können nicht akzeptieren, dass die globale Erwärmung so schnell voranschreitet, dass die Wassermenge so gering ist und sich verschlechtert, und dass die biologische Vielfalt zusammenbricht. Wir müssen alles wiederherstellen, während wir gleichzeitig produzieren. Die Frage ist nicht, ob man das eine oder andere macht, sondern wie man es macht. Der Green Deal setzt ehrgeizige Ziele. Wir müssen dafür sorgen, dass die Forschung neue Lösungen findet, wir werden komplexere Systeme entwickeln müssen."

Euronews: "Es ist also kein Rückschritt, wie man manchmal hört?

Christian Huyghe:

"Nein, im Gegenteil, damit gelingt es uns, eine noch größere Vielfalt als bisher zu nutzen, sie aber so zu organisieren, dass sie die landwirtschaftlichen Systeme verändert. Es geht bei der Agrarökologie darum, wie ich die funktionale Vielfalt in meinen Parzellen erhöhe."

Euronews: "Warum fällt es uns so schwer, das zu ändern?"

Christian Huyghe:

"All das bedeutet mehr Arten, mehr Fruchtfolgen, mehr Komplexität. Die Landwirte brauchen mehr Fähigkeiten, um all das zu bewältigen. Das ist ein erstes Hindernis.

Die andere Sache ist: Wenn man andere Arten einführt, braucht man Wertschöpfungsketten, um sie zu nutzen. Die Landwirte können nicht alles machen. Der nachgelagerte Teil der Kette muss auch Verantwortung übernehmen und diese Produkte verarbeiten. Und das wird gleichzeitig mit einer Umstellung unserer Ernährung geschehen.

Die eigentliche Frage ist: Wie kommen wir aus den Systemen heraus, die sehr effizient sind? Sie produzieren viel und Lebensmittel sind nicht teuer. Die Umgestaltung setzt voraus, dass wir die Bereiche finden, die wir erschließen können, und zwar durch die Politik. Deshalb ist der Green Deal so wichtig. Mit Innovation und Forschung, Einbeziehung von Interessensverbänden, Bauernverbänden und NGOs. Auch hier gilt: Die Zukunft ermöglicht es uns, ehrgeizige Ziele zu verfolgen und wirklich neue Systeme zu schaffen".

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