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Seit 2014 in der Ostukraine: Was der Krieg mit Kindern und ihren Familien macht

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Seit 2014 in der Ostukraine: Was der Krieg mit Kindern und ihren Familien macht
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Von Yorgos Mitropoulos

Wie ein herber Schlag in die Magengrube wirkt der jüngste Streifen des dänischen Dokumentarfilmers Simon Lereng Wilmont - und eine Art düstere Prophezeiung.

"A House made of Splinters" zeigt ein Heim für vernachlässigte Kinder im Osten der Ukraine - und führt vor Augen, welch verheerende Wirkung der bereits seit 2014 in dieser Region währende Krieg auf Familien und Kinder hat. Das Heim gibt es inzwischen nicht mehr - seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine. 

Zerstörte Existenzen direkt an der Front

2018 gewann Simon Lereng Wilmont den Hauptpreis auf dem internationalen Dokumentarfilmfestival von Thessaloniki mit "The Distant Belling of Dogs". Nun ist er mit seinem neuen Film über die Ostukraine zurück im Wettbewerb von Thessaloniki. Über die Entstehung seines Films und die akute Lage in der Ukraine nach Putins Einmarsch sprach er Euronews-Reporter Yorgos Mitropoulos auf dem Festival.

Simon Lereng Wilmont: "Diese besondere Region der Ukraine liegt direkt an der Front. Es sind Menschen, die seit mehr als 7 Jahren durch den anhaltenden Krieg unter Druck stehen. Natürlich gibt es langfristige, eher unsichtbare Folgen in dieser Region. Die Ressourcen gehen zur Neige, die Menschen verlieren ihre Arbeit. Es gibt nicht genug Geld, die Arbeitslosigkeit steigt, die Menschen verlieren die Hoffnung,

Und wenn man dem nicht entrinnen kann, fängt man vielleicht an zu trinken, oder es kommt zu Gewalt in den Familien. Das sind die Familien, aus denen die Kinder in dem Heim kommen."  

Kinder und Personal mit dem Zug in die Westukraine gebracht

Nach dem Ende der Dreharbeiten blieb der Regisseur in Kontakt mit den Beschäftigten des Heims und den Kindern. Er erfuhr, dass am Tag des russischen Einmarschs Kinder und Personal mit einem Zug in die Westukraine gebracht wurden. Bis jetzt seien alle in Sicherheit, sagt er.

Simon Lereng Wilmont: "Es ist furchtbar, der Einmarsch in ein souveränes Land. Ich kann keinen Grund erkennen, warum Putin das tut. Es ist schrecklich. Es gibt so viele Tragödien. So viele Menschen haben ihr Leben verloren. Es ist absolut entsetzlich.

Ich weiß, dass es in der Ukraine viele wunderbare und erstaunliche Menschen gibt, die auch in schwierigen Situationen sehr kompetent sind und auch mit schwierigen Situationen umgehen können. Ich hoffe, dass sie ihr Land so schnell wie möglich zurückbekommen."

Es seien die härtesten Bilder gewesen, die er jemals gedreht habe, sagt Simon Lereng Wilmont über seinen Film. Er wollte den Kindern auf seine Weise helfen, indem er ihnen und ihren Geschichten eine Stimme gibt.

"A House made of Splinters" wurde Anfang in Sundance uraufgeführt und ist zu mehreren internationalen Dokumentarfilmfestivals auf der ganzen Welt eingeladen worden.