Das Coronavirus bedroht Flüchtlinge in Griechenland

Das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos
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Von Stefan Grobe
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Asylverfahren sind derzeit beeinträchtigt, da wegen des Zwangs der sozialen Distanz keine persönlichen Interviews mehr mit Antragstellern geführt werden.

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Das Coronavirus breitet sich in Europa weiter aus - und die Flüchtlinge in den überfüllten Lagern in Griechenland sind nun besonders gefährdet.

Auf der Insel Lesbos ist ein bekannter Ansteckungsfall ein Risiko für das gesamte Lager Moria.

Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass die Migranten keinen Zugang zu wichtiger medizinischer Versorgung haben.

Sollte das Virus nach Moria gelangen, könnte eine sehr schwierige Situation entstehen, sagt EU-Innenkommissarin Ylva Johansson.

Deswegen müssten schon jetzt zahlreiche Maßnahmen getroffen werden.

Bislang gebe es aber noch keinen bekannten Fall in den Lagern.

Die Krise soll dem Willen Brüssels nach die Asyl-Verfahren nicht beeinträchtigen.

Es gebe derzeit allerdings nur wenige Neuanträge.

Die Menschen, die an die Grenzen gelangten, hätten weiterhin das Recht auf die Bearbeitung ihres Asylantrags, so der Brüsseler Politikwissenschaftler Philippe De Bruycker.

Zudem müssten sie auf eine Ansteckung gestestet werden.

Anschließend müssten möglicherweise Quarantänemaßnahmen oder Reisebeschränkungen ausgesprochen werden.

Covid-19 hat bereits die Asylverfahren in der EU beeinflusst, da persönliche Befragungen wegen der nicht erlaubten Nähe kaum noch stattfinden dürfen.

Die meisten Mitgliedstaaten wollten die soziale Distanz wahren und haben deswegen Interviews mit Antragsstellern praktisch ausgesetzt, so die Innenkommissarin.

Zudem würden zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen.

Aus dem Europäischen Parlament kommen unterdessen Rufe nach sofortigem Handeln.

Es müsse verhindert werden, dass auf den griechischen Inseln aus der humanitären Krise eine Gesundheitskrise werde.

Deswegen müssten die Lager evakuiert werden.

Weitere Quellen • Maria Psara

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