Kroatische Plattform: Bessere Vorhersage und Strategien gegen Hochwasser

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Kroatische Plattform: Bessere Vorhersage und Strategien gegen Hochwasser
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Von Aurora Velez
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Das Projekt wird fast zur Hälfte von der europäischen Kohäsionspolitik unterstützt.

Ein kroatisches Unternehmen hat eine Daten-Plattform zur besseren Vorhersage und Bewältigung von Hochwasser entwickelt.

Wie kann man Hochwasserrisiken besser vorhersehen und bewältigen?

Mijo Jelec überwacht die Save, die an seinem Motel in Odzak im Norden von Bosnien-Herzegowina, vorbeifließt. Er hat Fotos und lebhafte Erinnerungen an die Überschwemmungen im Mai 2014. Damals wurden sie nicht vor der Gefahr gewarnt:

"2014 stand das Wasser an dieser Stelle 2,60 Meter hoch, es fehlten 4 bis 5 cm, um den zweiten Stock zu erreichen", erinnert sich der Besitzer des Nova Ladja Motels. "Es kam so schnell, wir haben nichts vorhergesehen, konnten nichts tun oder uns selbst helfen. Ich habe das Boot genommen, mich hineingesetzt und bin geflohen."

Um die Risiken besser vorherzusehen und sich bei Überschwemmungen wie der vor 8 Jahren in Südosteuropa besser zu schützen, hat ein kroatisches Unternehmen eine Plattform mit Echtzeitinformationen entwickelt: GDi Ensemble FloodSmart.

Bessere Vorhersage und Bewältigung von Hochwasser

Projektleiter Davorin Singer erklärt in Sarajevo, dass sie Daten analysieren und Maßnahmen und 3D-Modelle vorschlagen, die für Institutionen, Rettungsteams und Bürger nützlich sind:

"Auf der Plattform werden alle Informationen von Hydrologen über Abflüsse und Überschwemmungsgebiete gesammelt und denjenigen zur Verfügung gestellt, die Entscheidungen treffen müssen, damit sie sie entsprechend den unterschiedlichen Situationen auswerten und Risiken und Schäden durch Überschwemmungen verhindern können."

Fakten & Zahlen

Das Projekt hat ein Gesamtbudget von rund 1,2 Millionen Euro, wovon 49,8 % von der Kohäsionspolitik der Europäischen Union und 50,2 %, vom kroatischen Unternehmer finanziert werden.

Seit 2014 wurde das Gebiet von Odzak zwar wieder überflutet, aber nicht in dem Ausmaß. Die Pumpstation in Zorice verfügt jetzt über 5 Maschinen, die 9 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abpumpen können, um eine Überflutung von landwirtschaftlichen oder bewohnten Gebieten zu verhindern. Kommunikations- und Prognosemodelle sind sehr hilfreich.

"2019 haben wir den Damm wiederaufgebaut", erzählt Boris Zelic, regionaler Hochwasserschutzmanager von Codoprovreda Posavina. "Dann gab es eine Modellrechnung. Wir wussten, dass das Hochwasser kommen würde. 2014 wussten wir das nicht. Wenn wir rechtzeitig die richtigen Daten haben, können wir viel schneller reagieren. Wir haben weniger Stress und wir können den Hochwasserschutz besser durchsetzen."

Die Plattform bietet Lösungen und Maßnahmen an, um Überschwemmungs-Risiken vor, während und nach der Flut zu beherrschen.

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