Haustier oder Auto - was ist umweltschädlicher?

Sind Haustiere genauso umweltschädlich wie Verbrenner-Autos?
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Ist der beste Freund des Menschen der Feind des Planeten? Es gibt eine anhaltende Debatte darüber, ob der Besitz eines Haustieres genauso umweltschädlich ist wie der eines benzinschluckenden Autos.

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Ist der beste Freund des Menschen der Feind des Planeten? Es gibt eine anhaltende Debatte darüber, ob der Besitz eines Haustieres genauso umweltschädlich ist wie der eines benzinschluckenden Autos.

Über ihren genauen Kohlenstoffausstoß wird zwar noch diskutiert, aber eines ist klar: Es sind nicht unsere pelzigen Freunde selbst, sondern ihre Ernährung, die einen nennenswerten CO2-Fußabdruck hinterläßt. Für die Herstellung ihrer Nahrung wird Energie, Land und Wasser benötigt.

Eine der am häufigsten zitierten Studien stammt von Gregory Okin, einem Geografieprofessor an der University of California, Los Angeles. Seiner Studie aus dem Jahr 2017 zufolge verursacht das Füttern von Hunden und Katzen in den USA jedes Jahr das Äquivalent von etwa 64 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht in etwa den Auswirkungen von 13,6 Millionen Autos im Straßenverkehr.

Wäre ein "Haustier-Land" beim Fleischkonsum auf Platz 5?

Okin sagte außerdem, dass, wenn unsere Haustiere ein eigenes Land bilden würden, dieses Land beim weltweiten Fleischkonsum auf Platz 5 hinter China, den USA, Brasilien und Russland liegen würde. 

Mehrere Wissenschaftler haben jedoch Zweifel an der Richtigkeit dieser Ergebnisse geäußert. Ihr Argument: Ein Großteil des Heimtierfutters besteht aus tierischen Nebenprodukten wie Lunge, Niere und Kutteln.

In der Studie von 2017 hingegen werden die Treibhausgasemissionen so berechnet, als würden Kühe und Hühner ausschließlich für die Herstellung von Tierfutter gezüchtet, was nur sehr selten der Fall ist, erklärt Peter Alexander, Wissschenschaftler im Bereich Lebensmittelsicherheit an der University of Edinburgh.

"Ich denke, das ist sehr schwer zu rechtfertigen, zum Teil, weil doppelt gezählt wird. Diese Ökobilanzen, die Emissionsfaktoren für Fleisch berechnen, basieren darauf, wie viel Fleisch produziert wird, nicht wie viel Fleisch und Nebenprodukte produziert werden. Wenn man also alles zusammenzählen würde, käme man am Ende auf mehr Emissionen, als tatsächlich entstanden sind."

CO2-Ausstoß für 10-kg-Hund entspricht 20% dem eines Autos

In Europa waren 2022 Katzen die beliebtesten Haustiere mit mehr als 127 Millionen Katzen, die in 26 % der Haushalte leben. Der Anteil von Hunden lag jedoch nur einen Prozentpunkt niedriger: 25 % der europäischen Haushalte haben einen Hund als Haustier. Aber belastet der Besitz eines Haustieres die Umwelt mehr als der Besitz eines Autos?

"Ich würde sagen, dass ein durchschnittliches britisches Benzinauto etwa 1.400 Meilen oder 2.000 km zurücklegen muss, was etwa 20 % der durchschnittlichen Fahrstrecke im Vereinigten Königreich entspricht, wenn man einen zehn Kilogramm schweren Hund ein Jahr lang besitzt", konstatiert Peter Alexander von der University of Edinburgh.

"Ein kleiner Hund entspricht also ungefähr einem Fünftel eines Autos. Sind Haustiere also umweltschädlicher als Autos? Nein, das sind sie nicht. Autos sind viel umweltschädlicher als Haustiere."

Auch wenn unsere Haustiere nur einen Bruchteil der Treibhausgase verantwortlich sind, die unserer Verbrenner-Fahrzeugen zuzuschreiben ist, so tragen sie mit ihrem Fleischkonsum doch zur Erderwärmung bei. 

Was kann man also tun, um den CO2-Fußabdruck des eigenen Haustieres zu verringern? Laut mehreren Studien kann die Fleischmenge, die an bestimmte Haustiere verfüttert wird, reduziert werden. Außerdem kann man eher kleinere Tiere adoptieren, um die Menge an Tierfutter zu verringern, die dafür produziert werden muss.

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