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15-jähriger Franzose vor der Schule zu Tode geprügelt: Was wissen wir?

Eine Gedenkstätte für den 15-jährigen Jugendlichen, der bei seiner Schule verprügelt worden ist.
Eine Gedenkstätte für den 15-jährigen Jugendlichen, der bei seiner Schule verprügelt worden ist. Copyright FRFT
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Von Johanna Urbancik
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In Frankreich wurde ein 15-Jähriger vor seiner Schule zu Tode geprügelt. Eine Tat, die das ganze Land schockiert und die Debatte um Gewalt an den Schulen erneut anfacht.

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Ein 15-jähriger Junge namens Shamseddine erlag am frühen Freitagnachmittag seinen Verletzungen, nachdem er in der Nähe seiner Schule in einem Vorort von Paris von einer Gruppe Jugendlicher verprügelt worden war. Vier junge Männer, darunter ein 20-Jähriger und ein Minderjähriger, wurden daraufhin wegen "Mordes" angeklagt, teilte die Staatsanwaltschaft von Evry mit. Die beiden anderen jungen Männer sitzen ebenfalls in Untersuchungshaft. Eine 15-jährige Minderjährige wurde ebenfalls wegen "vorsätzlicher Nichtverhinderung einer Straftat" angeklagt, fügte der Staatsanwalt Grégoire Dulin hinzu.

Was wissen wir über die Tat?

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und den Aussagen der Beschuldigten, die der Staatsanwalt zitierte, hatten zwei Brüder einige Tage zuvor erfahren, dass "ihre Schwester mit Gleichaltrigen über sexuelle Themen geschrieben hat". "Aus Angst um ihren Ruf und den ihrer Familie hatten sie daraufhin mehrere Jungen angewiesen, keinen weiteren Kontakt mit ihr zu haben. Dem Staatsanwalt zufolge erfuhren sie dann, dass Shamseddine sich damit brüstete, mit ihrer Schwester weiterhin frei kommunizieren zu können. Er wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht von ihren Brüdern unter Druck gesetzt, den Kontakt abzubrechen", fügte Dulin hinzu.

In Begleitung von zwei Freunden gingen die beiden Brüder dann zu der Schule, wo sie Shamseddine "zufällig" antrafen, so die Staatsanwaltschaft. Sie sagten, sie hätten den Jugendlichen gebeten, ihnen in ein Gebäude zu folgen, um "eine Erklärung für die Bemerkungen zu erhalten, die er über das junge Mädchen machte". "Der Streit eskalierte und es kam zu Schlägen, die das Opfer zu Fall brachten", fügte der Staatsanwalt hinzu. Nach Informationen von Franceinfo erlitt der 15-Jährige eine Kopfverletzung und weitere Verletzungen an seinem Körper.

Flucht nach der Tat

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der 20-jährige Bruder den Rettungsdienst angerufen. "Um ihre Flucht zu ermöglichen", gab er "gegenüber der Polizei falsche Angaben an und erklärte, er habe mehrere vermummte Jugendliche zu Fuß fliehen sehen". Die beiden Brüder waren laut Franceinfo bereits wegen Gewalt- und Drogendelikten verurteilt worden.

Die Ermittlungen haben ergeben, dass die 15-jährige Schwester zum Zeitpunkt der Ereignisse nicht anwesend war. Sie ist aber wegen "vorsätzlicher Nichtverhinderung einer Straftat" angeklagt worden. Wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, "wurde gegen sie eine vorläufige gerichtliche Erziehungsmaßnahme angeordnet, die die Unterbringung in einer Erziehungsanstalt und ein Zutrittsverbot der Region Essonne umfasst".

"Die ganze Nation trauert"

Nach dem Angriff steht die Stadt und das ganze Land unter Schock. Am Collège des Sablons wurde zudem eine psychologische Abteilung eingerichtet und die Sicherheitsvorkehrungen in der Umgebung wurden verstärkt. "Die gesamte Nation trauert", schrieb Bildungsministerin Nicole Belloubet in einem Beitrag auf X.

Angst vor Gewalteskalation an Schulen

Es war der zweite Angriff in einer Woche. In Montpellier war ein 13-jähriges Mädchen vor ihrer Schule angegriffen worden und schwer verletzt. Sie musste in ein Koma versetzt werden. In Frankreich wächst die Angst vor einer Eskalation der Gewalt an den Schulen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron äußerte sich zum Tod des 15-Jährigen und betonte, dass Schulen vor "unbändiger Gewalt unter Jugendlichen, auch unter immer jüngeren Jugendlichen", geschützt werden müssen.

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