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Russland stört massiv GPS entlang NATO-Grenzen

Norwegische Soldaten nehmen an den militärischen Übungen der NATO Nordic Response außerhalb von Alta, Norwegen, teil.
Norwegische Soldaten nehmen an den militärischen Übungen der NATO Nordic Response außerhalb von Alta, Norwegen, teil. Copyright Heiko Junge/NTB Scanpix via AP
Copyright Heiko Junge/NTB Scanpix via AP
Von Anna Desmarais
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Russland stört bereits massiv GPS-Signale entlang der NATO-Grenzen - und es könnte gerade für die nordischen Länder noch schlimmer werden.

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Im Ostseeraum und an den NATO-Grenzen zu Russland häufen sich Fälle von gezielten Störungen des Satellitennavigationssystems. Experten sprechen von GPS-Jamming.

Ein Verteidigungsexperte sagte Euronews Next, dass man sich in den nordischen Ländern in Zukunft noch auf viel mehr GPS-Störungen durch Russland einstellen müsse, da nach den Beitritten Schwedens und Finnland nun die NATO dort aktiv ist.

"Die Störungsstrategie ist ein Weckruf"

Gerade erst ist die NATO-Militär-Übung „Nordic Response 2024“ mit mehr als 20.000 Soldaten in der Region zu Ende gegangen. Jagannath Panda vom schwedischen Institut für Sicherheits- und Entwicklungspolitik sagte, die jüngste Übung "werde den NATO-Ländern helfen, sich auf die Zukunft vorzubereiten".

"Die Störungsstrategie ist ein Weckruf für die nordischen Länder, wie man sich koordiniert, wie man reagiert und wie man schnell reagiert", fügte er in einem Interview mit Euronews Next hinzu.

Beim GPS-Störsender wird ein Gerät zur Frequenzübertragung verwendet, um die Funkkommunikation zu blockieren, die alles von Telefongesprächen bis hin zu Rettungsdiensten und WiFi regelt.

In den letzten Monaten berichteten lokale Medien in den nordischen Ländern über eine Zunahme von Störsignalen in der Luftfahrt, die vermutlich aus Russland stammen.

NATO-Beitritt Schwedens als 32. Mitglied

Es war eine arbeitsreiche Woche für die Woche, in Brüssel wurde erstmals die schwedische Flagge gehisst. Nachdem auch Ungarn zuletzt seine Blockade aufgeben hat, ist Schweden nun als 32. NATO-Mitglied dem Militärbündnis beigetreten. 

Jens Stoltenberg, der Generalsekretär der NATO, sagte bei der Zeremonie, der Beitritt Schwedens zur NATO zeige, dass "die Tür offen bleibt".

"Niemand kann sie schließen", so Stoltenberg weiter. "Jede Nation hat das Recht, ihren eigenen Weg zu wählen, und wir alle wählen den Weg der Freiheit und der Demokratie".

Rund 20.000 Soldaten beendeten diese Woche auch die Operation „Nordic Response 2024“, eine Mission der umfassenderen Operation "Steadfast Defender 24," die die NATO als eine der größten Militärübungen seit dem Kalten Krieg bezeichnet.

Die Übung "befasst sich mit den sicherheitspolitischen Herausforderungen im hohen Norden", heißt es auf der NATO-Website.

Die NATO ist bereits seit 2006 in der norwegischen Arktis tätig und führt dort alle zwei Jahre Cold-Response-Übungen für ihre Truppen durch.

In diesem Jahr wurde die Mission im Zuge der NATO-Erweiterung din der Arktis ausgeweitet, so dass nun mehr Soldaten, über 50 Schiffe und mehr als 110 Flugzeuge in der Region stationiert sind.

NATO-Übung sendet "Signal an Russland"

Die Blockierung von GPS in der Arktis sei nicht neu, so Jagannath Panda gegenüber Euronews Next.

Was aber neu ist, so Panda weiter, sei das Ausmaß der GPS-Angriffe, die nach Russlands Invasion in der Ukraine 2022 und jetzt als Reaktion auf die NATO-Erweiterung zugenommen hätten.

Sowohl die Erweiterung als auch das große Militärmanöver "senden ein deutliches Signal an Russland", sagte Panda. "Die Störung des GPS-Signals könnte eine Strategie Russlands sein, um die NATO-Länder einzuschüchtern".

Während der Übung richteten die nordischen NATO-Mitglieder ein temporäres "Nordisches Luftoperationszentrum" ein, in dem 300 Offiziere Luftoperationen in einem festgelegten "Operationsgebiet" planten, kontrollierten und bewerteten.

"Die Einrichtung des vorläufigen gemeinsamen nordischen Luftoperationszentrums ist ein weiterer sichtbarer Beweis für unsere Fähigkeit zur Zusammenarbeit bei unserer wichtigen gemeinsamen Aufgabe, die Nordflanke der NATO abzuschrecken und letztlich zu verteidigen", sagte Oberst Henrik Nielsen, Stabschef des Luftkommandos Dänemark, in einer NATO-Erklärung vom Dienstag.

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Die Organisation reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Maria Zakharova, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, sagte in einer Erklärung, dass Moskau auf den Beitritt Schwedens zur NATO reagieren werde. Wie diese aussehen werde, hänge davon ab, welche praktischen Schritte Stockholm unternehmen wird, um die Mitgliedschaft umzusetzen.

In der Erklärung von Zakharova wurde nicht spezifiziert, welche Schritte Schweden unternehmen sollte oder könnte, aber es wurde darauf hingewiesen, dass es kein Referendum des schwedischen Volkes über den NATO-Beitritt gegeben habe.

GPS-Sperren sind schwer vorherzusagen: Finnland

In der lokalen Presse wurde berichtet, dass in allen nordischen Ländern in den letzten Monaten eine Zunahme der GPS-Sperren zu verzeichnen war. Doch die Verkehrsbehörden in Schweden und Norwegen haben auf eine Euronews-Anfrage nach einer Stellungnahme nicht reagiert.

Die finnische Transport- und Kommunikationsbehörde (TRAFICOM) teilte Euronews Next in einer Erklärung mit, dass sie seit Anfang des Jahres einen Anstieg der Blockierungsmeldungen aus dem Luftfahrtsektor beobachtet hat.

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Diese Arten von Störungen, so die Erklärung der Agentur, werden "in größeren Höhen beobachtet, sind von kurzer Dauer und daher schwer im Nachhinein zu überprüfen oder zu verhindern".

Dennoch behauptet TRAFICOM, dass das Fliegen sicher sei, da "die Fluggesellschaften über Betriebsverfahren für Situationen verfügen, in denen das GPS-Signal verloren geht".

Es gibt auch andere Momente des Fluges, wie der Anflug eines Flugzeugs auf eine Landebahn, die kein GPS-Signal benötigen, heißt es weiter.

Letztlich, so TRAFICOM, treffen die Fluggesellschaften ihre eigenen Entscheidungen darüber, ob ein Flugbetrieb möglich ist, wenn bekannt ist, dass es Störungen des GPS-Signals gibt.

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