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Disqualifizierter ESC-Kandidat Joost Klein aus Niederlanden wird wohl in Schweden angeklagt

Joost Klein aus den Niederlanden performt den Song Europapa während der Generalprobe für das zweite Halbfinale beim Eurovision Song Contest in Malmö, Schweden, Mittwoch, 8. Mai
Joost Klein aus den Niederlanden performt den Song Europapa während der Generalprobe für das zweite Halbfinale beim Eurovision Song Contest in Malmö, Schweden, Mittwoch, 8. Mai Copyright AP Photo
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Von Jonny Walfisz
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Joost Klein wurde nur wenige Stunden vor der Ausstrahlung des Finales der Eurovision an diesem Wochenende disqualifiziert. Nach Angaben der schwedischen Polizei wird er nun vermutlich angeklagt.

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Dem disqualifizierten niederländischen Eurovisionskandidaten Joost Klein aus den Niederlanden droht nach Angaben der schwedischen Polizei wohl eine Anklage.

In einer dramatischen Aktion wurde Joost Klein wenige Stunden vor dem großen Finale wegen eines "Zwischenfalls" von der Veranstaltung disqualifiziert. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) teilte mit, dass gegen den 26-jährigen Favoriten ermittelt werde und dass er nicht auftreten könne, da es für ihn nicht angemessen sei, am Wettbewerb teilzunehmen, während die Justiz ermittle.

Später wurde bestätigt, dass ein weibliches Mitglied des Produktionsteams des Eurovision Song Contest wegen des Vorfalls eine Anzeige gegen Klein erstattet hat.

"Wir gehen davon aus, dass es wahrscheinlich zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommen wird", sagte Emil Andersson, der leitende Polizeibeamte in diesem Fall, dem schwedischen Fernsehsender SVT. Es wurde klargestellt, dass es sich bei dem Verfahren um eine "beschleunigte Strafverfolgung" handeln wird. Dies bedeutet, dass es sich nicht um ein schwerwiegenderes Verbrechen gehandelt hat. Das Verfahren soll voraussichtlich etwa zwei Monate dauern.

Eine Geldstrafe für Joost Klein?

Die Sydsvenska Daily, eine Lokalzeitung in Malmö, wo der ESC stattfand, wies darauf hin, dass der Straftatbestand der Bedrohung nach einer Verurteilung häufig zu Geldstrafen führt.

Abgesehen von dieser jüngsten Erklärung gibt es weiterhin nur spärliche Informationen darüber, was Klein vorgeworfen wird. Die meiste Klarheit vermittelte der niederländische Sender Avrotros, der in einer Erklärung behauptete, Kleins Disqualifikation sei "unverhältnismäßig".

"Entgegen der eindeutig getroffenen Vereinbarung wurde Joost gefilmt, als er gerade von der Bühne gekommen war und in den Green Room eilen musste. Zu diesem Zeitpunkt gab Joost wiederholt zu verstehen, dass er nicht gefilmt werden möchte. Dies wurde nicht respektiert", hieß es in der Erklärung, und weiter: "Der Sender hält die Disqualifizierung für unverhältnismäßig und ist schockiert über die Entscheidung."

Kleins Disqualifikation am Tag des Finales ist ein Novum in der Geschichte der Eurovision. Die EBU erlaubte dem niederländischen Publikum und der Jury später, in der Abendveranstaltung abzustimmen.

Der 26-jährige niederländische Sänger und Rapper war mit seinem Song "Europapa", einer beschwingten Euro-Techno-Ode an den Kontinent, ein Favorit der Buchmacher. Der Song ist auch eine Hommage an Kleins Eltern ist, die starben, als er noch ein Kind war.

Der diesjährige Wettbewerb wurde zudem durch eine Kontroverse über die Teilnahme Israels überschattet. In Malmö gab es Proteste der Solidarität mit Gaza und Palästina. Daraufhin kündigten zahlreiche Persönlichkeiten, die sich sonst nicht für den ESC interesieren, an, dass sie bei der Publikumsabstimmung für Israel anrufen wollten. Tatsächlich bekam die israelische Sängerin Eden Golad viel mehr Punkte von den Zuschauerinnen und Zuschauern als von den nationalen Jurys.

Gewonnen hat den ESC 2024 die Schweiz mit Nemo, der sich als nicht-binär definiert und damit der LGBTQIA-Community mehr Aufmerksamkeit verschafft.

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