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Britische Elefantenrunde: Rishi Sunak für vorzeitige Rückkehr von D-Day-Feier kritisiert

Führende Parteimitglieder nehmen an der BBC-Wahldebatte im Broadcasting House teil, 7. Juni 2024
Führende Parteimitglieder nehmen an der BBC-Wahldebatte im Broadcasting House teil, 7. Juni 2024 Copyright Stefan Rousseau/live
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Von Christoph DebetsEuronews mit AP
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Vertreter von sieben großen politischen Parteien streiten sich über die Wirtschaft, den NHS, den Brexit und die Klimapolitik, wobei die heftigste Debatte über die Einwanderung geführt wird.

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Führende Vertreter von sieben der wichtigsten politischen Parteien des Vereinigten Königreichs haben Premierminister Rishi Sunak für seine Entscheidung, die D-Day-Gedenkveranstaltungen in der Normandie vorzeitig zu verlassen, scharf verurteilt.

Die Vertreter der Parteien äußerten sich in der ersten Fernsehdebatte vor den Parlamentswahlen im kommenden Monat.

Die Fraktionsvorsitzende der Konservativen im Unterhaus, Penny Mordaunt, sagte, sie halte die Entscheidung für "völlig falsch", verteidigte aber Sunak, indem sie erklärte, er habe sich für den Zeitpunkt seiner Abreise entschuldigt.Auftritte i

Vertreter von sieben politischen Parteien bei der ersten Fernsehdebatte vor der Unterhauswahl im Juli, 7. Juni 2024.
Vertreter von sieben politischen Parteien bei der ersten Fernsehdebatte vor der Unterhauswahl im Juli, 7. Juni 2024.Stefan Rousseau/live

"Der Premierminister hat sich zu Recht dafür entschuldigt, er hat sich bei den Veteranen entschuldigt, aber auch bei uns allen, denn er hat uns alle vertreten", sagte sie.

Sunak wurde weithin dafür kritisiert, dass er die Gedenkfeierlichkeiten am Donnerstag in Frankreich vorzeitig verlassen hatte, um sich dem Unterhauswahlkampf zu widmen. Dabei gab er such dem Fernsehsender ITV ein Interview, das allerdings erst in der kommenden Woche ausgestrahlt wird.

"Respekt für unsere Veteranen, einschließlich derer mit einem Durchschnittsalter von 100 Jahren, die gestern in der Normandie vom Premierminister im Stich gelassen wurden, was meiner Meinung nach eine absolute Schande war und uns zeigt, dass wir einen sehr unpatriotischen Premierminister haben. Das war furchtbar", sagte der Vorsitzende der Reformpartei, Nigel Farage.

"Es war nicht nur politisch beschämend, sondern ich denke, viele von uns fühlen sich auch persönlich beleidigt", sagte die stellvertretende Vorsitzende der Liberaldemokraten, Daisy Cooper.

Sunak entschuldigte sich am Freitag und sagte, dass die Entscheidung "im Nachhinein" ein Fehler gewesen sei.

Die scharfe Kritik an Sunak war wohl die einzige Gemeinsamkeit, die die Spitzenpolitiker in der Debatte der sieben Parteien fanden.

Vorsitzende der Unterhausfraktion der Schottischen Nationalisten SNP, Stephen Flynn, erntete Beifall, als er den Brexit als "eine absolute Katastrophe für die Wirtschaft" bezeichnete und den Vorsitzenden der Reformpartei, Nigel Farage, als "den Quacksalber, der den Brexit gebracht hat".

"Es gibt auch eine Verschwörung des Schweigens zu einem anderen Thema. Und das ist der Brexit. Denn der Brexit hat die Wirtschaft mehr beeinträchtigt als die Covid-Pandemie. Er hat die Lebensmittelrechnungen völlig unnötig in die Höhe getrieben", sagte Flynn.

Die heftigste Debatte entfachte jedoch das Thema Einwanderung.

Nigel Farage eröffnete die Debatte, indem er sagte, die Einwanderung verursache eine "Bevölkerungskrise" und mindere die Lebensqualität vieler Menschen im Vereinigten Königreich.

Auch zu einem anderen Thema herrscht Schweigen. Und zwar zum Brexit. Der Brexit hat die Wirtschaft stärker beeinflusst als die COVID-Pandemie.
Stephen Flynn
Scottish National Party

Der Vorsitzende der walisischen Nationalisten Plaid Cymru, Rhun ap Iowerth, sagte, der Ton der Debatte müsse geändert werden und warf Farage Bigotterie vor.

"Wir brauchen die Einwanderung für das Gesundheitssystem, das Pflegesystem und die Wirtschaft", sagte er.

Stephen Flynn von der SNP bezeichnete die Einwanderung als "absolut unerlässlich" für die öffentlichen Dienste und die Wirtschaft und sagte, die "Dämonisierung" von Migranten müsse aufhören.

Penny Mordaunt von den Konservativen sagte, dass sie die Einwanderung für zu hoch halte und dass ihre Partei eine "jährliche Obergrenze" für die Zahl der ins Land gelassenen Personen einführen werde.

Nigel Farage eröffnete die Debatte über Migration und wurde der Bigotterie beschuldigt, 7. Juni 2024
Nigel Farage eröffnete die Debatte über Migration und wurde der Bigotterie beschuldigt, 7. Juni 2024Stefan Rousseau/live

Die stellvertretende Vorsitzende der Labour-Partei, Angela Rayner, erwiderte, dass die Probleme im Wohnungs- und Gesundheitswesen nicht die Schuld der Einwanderer seien und gab den Konservativen die Schuld für die "Dezimierung" der öffentlichen Dienste.

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An den nächsten beiden nationalen Fernsehdebatten werden nur Premierminister Rishi Sunak und Labour-Chef Sir Keir Starmer teilnehmen. Außerdem wird es regionale Debatten für Schottland, Wales und Nordirland geben.

Die Unterhauswahl findet am 4. Juli statt.

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