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Roboter "Pibot" kann ein Flugzeug sicherer fliegen als ein Mensch

Pibot ist ein humanoider Roboter, der Flugzeuge fliegen kann, ohne dass das Cockpit verändert werden muss.
Pibot ist ein humanoider Roboter, der Flugzeuge fliegen kann, ohne dass das Cockpit verändert werden muss. Copyright KAIST
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Von Roselyne Min
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Der Speicher des Roboters ist so groß, dass er sich alle Jeppesen-Navigationskarten merken kann - etwas, was für menschliche Piloten unmöglich ist.

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Pibot ist ein künstlicher Flugzeugpilot, der Maschinen aller Art nicht nur sicherer fliegen kann als ein Menschen, er wird sich garantiert nicht an Pilotenstreiks beteiligen und damit den Flugverkehr lahmlegen. 

Sowohl die künstliche Intelligenz (KI) als auch die Robotik haben in den vergangenen  Jahren große Fortschritte gemacht. Die meisten Berufe könnten bald von der Technologie überholt werden - am Boden und sogar in der Luft.

Ein Team von Ingenieur:innen und Forscher:innen des Korea Advanced Institute of Science & Technology (KAIST) entwickelt derzeit den humanoiden Roboter "Pibot", der Flugzeuge fliegen kann, ohne dass das Cockpit verändert werden muss.

"Pibot ist ein humanoider Roboter, der ein Flugzeug wie ein menschlicher Pilot fliegen kann, indem er alle einzelnen Elemente im Cockpit bedient, das für Menschen konzipiert ist", erklärt David Shim, Professor für Elektrotechnik am KAIST, gegenüber Euronews.

Pibot kann seine Arme und Finger so steuern, dass er die Fluginstrumente selbst bei starken Vibrationen in einem Flugzeug geschickt bedient und dabei eine hochpräzise Steuerungstechnik einsetzt.

Seine externen Kameras können den aktuellen Zustand des Flugzeugs überwachen, und die internen Kameras helfen ihm, wichtige Schalter auf dem Bedienfeld zu betätigen. Pibot ist in der Lage, sich komplexe, in natürlicher Sprache verfasste Handbücher zu merken. So kann er sich an verschiedene Flugzeuge abpassen. 

Sein Speicher ist so groß, dass er sich alle Jeppesen-Flugnavigationskarten der Welt merken kann, was für menschliche Piloten unmöglich ist, so das KAIST-Team.

"Menschen können viele Flugzeuge fliegen, aber sie haben Gewohnheiten. Wenn sie also versuchen, auf andere Flugzeuge umzusteigen, müssen sie eine weitere Qualifikation absolvieren. Manchmal ist das nicht so einfach, weil unsere Gewohnheit in unserem Kopf bleibt und wir nicht einfach von einem zum anderen wechseln können", so Shim.

"Wenn wir dem Pilotenroboter die Konfiguration der einzelnen Flugzeuge beibringen, kann er das Flugzeug fliegen, indem man einfach auf den Flugzeugtyp klickt." 

GPT hat überragende Fortschritte gemacht

Dank jüngster Fortschritte bei großen Sprachmodellen (LLM) kann Pibot Handbücher, die ursprünglich für Menschen geschrieben wurden, "verstehen" und auswendig lernen.

"Wir hatten 2016 einen Vorgänger des Pilotroboters. Damals hatten wir noch keine gute KI-Technologie, also haben wir einen einfachen Roboter gebaut. Er kann nicht wirklich etwas aus der Literatur oder dem Handbuch lernen. Aber in letzter Zeit hat die Technologie mit ChatGPT oder anderen großen Sprachmodellsystemen enorme Fortschritte gemacht", erklärt Shim.

Dank LLM soll Pibot fehlerfrei fliegen und in Notsituationen viel schneller reagieren können als seine menschlichen Kollegen.

Er kann sich die Betriebs- und Notfallhandbücher des Flugzeugs merken und sofort reagieren. Außerdem kann er auf der Grundlage des Status des Flugzeugs eine sichere Route in Echtzeit berechnen.

Neben der Verwendung von ChatGPT entwickelt und testet das Forschungsteam derzeit auch ein eigenes natürliches Sprachmodell, damit Pibot Anfragen stellen kann, ohne auf eine Internetverbindung angewiesen zu sein.

Das maßgeschneiderte Sprachmodell wird ausschließlich Informationen über das Fliegen verarbeiten und in einem kleinen Computer gespeichert, der an Bord mitgeführt werden kann.

Allein oder als Kopilot

Pibot kann auch an Flugzeuge angeschlossen werden, um direkt mit ihnen zu kommunizieren. Er ist derzeit für den Einsatz in Extremsituationen konzipiert, in denen die menschliche Beteiligung nicht sinnvoll ist.

Der humanoide Roboter kann auch mit Fluglotsen und Menschen im Cockpit mittels Sprachsynthese kommunizieren und so als Pilot oder erster Offizier fungieren.

Seine Anpassungsfähigkeit geht über den Bereich der Luftfahrt hinaus. Mit einer Körpergröße von 160 cm und einem Gewicht von 65 kg kann Pibot dank seines humanoiden Designs Menschen ersetzen, z. B. beim Autofahren, bei der Bedienung von Panzern oder sogar beim Kommandieren von Schiffen auf See.

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Laut Shim kann dieser Roboter überall dort eingesetzt werden, wo ein Mensch derzeit "sitzt und arbeitet".

"Die menschliche Form ist vielleicht nicht super effizient, aber wir haben Pibot speziell als humanoide Form entwickelt, weil alle Dinge für Menschen gebaut sind. Wir können acht Arme und vier Augen haben, aber wir finden, dass die menschliche Form irgendwie optimal ist", so Shim.

Der Roboter befindet sich noch in der Entwicklung und soll bis 2026 fertiggestellt werden.

Nach Angaben des KAIST wurde das Forschungsprojekt von der Agency for Defense Development (ADD) in Auftrag gegeben, der Regierungsbehörde, die in Südkorea für die Erforschung der Verteidigungstechnologie zuständig ist. Shim geht davon aus, dass es in Zukunft auch militärische Anwendungen geben wird.

Weitere Informationen zu dieser Geschichte finden Sie im Video im obigen Media Player.

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Cutter • Roselyne Min

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