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Wohin reisen, wenn die Hotspots überlaufen sind? Europas schönste Alternativen zum Massentourismus

Aus der Luft: die Insel Tinos in Griechenland.
Luftaufnahme der Insel Tinos in Griechenland. Copyright  Lazar Krstić/Pexels
Copyright Lazar Krstić/Pexels
Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Übertourismus und extreme Hitze setzen vielen beliebten Zielen im Süden Europas zu. Immer mehr Alternativen zu Hotspots wie Barcelona und Venedig entstehen.

In diesem Jahr hat Overtourism einen Höhepunkt erreicht, vor allem in beliebten Zielen Südeuropas wie Barcelona, Mykonos und Venedig. Explodierende Hotelpreise, verärgerte Einheimische, drückende Hitze und immer mehr Anti-Tourismus-Proteste haben die Lage verschärft. Manchmal fühlt sich Urlaub dadurch wie mehr Ärger als Erholung an.

Mehrere Städte, etwa Barcelona und Venedig, mussten gegensteuern. Sie begrenzen Ferienunterkünfte, um Airbnb zurückzudrängen, schränken Kreuzfahrten ein und setzen Limits für Gruppengrößen.

Das verändert die Reisetrends. Immer mehr Menschen suchen Nischenziele mit weniger Andrang und ruhiger Atmosphäre. So entstehen Alternativen zu mehreren beliebten europäischen Hotspots.

Welche europäischen Alternativen lohnen sich für die Wunschliste?

Girona: Katalanischer Charme ohne Kreuzfahrt-Chaos

Nur eine Stunde von Barcelona entfernt hat sich Girona in den vergangenen Jahren als starke Alternative zur spanischen Strandmetropole etabliert. Der Ort bietet denselben katalanischen Charme und malerische mittelalterliche Architektur. Und kaum Gedränge.

Das Lebenstempo ist deutlich entspannter als in Barcelona. Und Girona ist spürbar günstiger – ein wichtiger Punkt für Reisen in das Jahr 2026.

Hinzu kommen viel Geschichte und authentischer, regionaler spanischer Flair. Das macht den Besuch angenehmer als in Barcelona mit seinen Kreuzfahrtmassen.

Wohnhäuser am Fluss Onyar
Wohnhäuser am Fluss Onyar Evgeniya Kuzmina/Pexels

Spazieren Sie durch enge Kopfsteinpflastergassen und bewundern Sie die historischen Fassaden. Dazu zählen das gut erhaltene jüdische Viertel (El Call) und eine mächtige Kathedrale.

Der Passeig de la Muralla führt über die mittelalterliche Stadtmauer und bietet weite Ausblicke. Danach lohnt der Abstecher zum Onyar mit seinen ikonischen, bunt gestrichenen Häuserreihen am Fluss.

Die Pont de les Peixateries Velles (Alte Fischmarktbrücke) ist ein Top-Fotomotiv. Besuchen Sie die Arabischen Bäder, ein reizvolles romanisches Bad aus dem zwölften Jahrhundert. Oder holen Sie sich Kultur im Kunstmuseum oder im Kinomuseum.

Probieren Sie Xuixos, ein süßes regionales Gebäck, oder bestellen Sie Tapas, etwa bei Zanpanzar. Danach gibt es ausgefallene Eissorten in der Rocambolesc Gelateria – zum Beispiel Ofenapfel, Kokos oder Veilchen-Sorbet.

Übernachten Sie im Barri Vell (Altstadt) für kurze Wege und mittelalterlichen Charme. Ruhiger und grüner ist Montilivi. Wer Strandnähe sucht, wird in Calella de Palafrugell fündig. Für Landhausflair bietet sich der Baix Empordà an.

Ljubljana: Kanäle, Cafés und Altstadtflair ohne Untergangsstimmung

Sloweniens Hauptstadt Ljubljana gilt immer häufiger als Alternative zu Venedig. Flussläufe, Wasserwege, pastellfarbene Fassaden, hübsche Brücken und lebendige Café-Kultur erinnern an die Lagunenstadt. Gleichzeitig ist Ljubljana deutlich günstiger und weniger überlaufen. Das macht die Stadt entspannt und fußgängerfreundlich.

Spazieren Sie durch die autofreie Altstadt mit Kopfsteinpflaster, Barock- und Renaissancebauten. Entdecken Sie versteckte Ecken wie die Schlossergasse und farbenfrohe Häuser.

Mit der Standseilbahn geht es zur Ljubljana-Burg hinauf – für weite Stadtblicke und einen Blick in die Geschichte. Sehenswert sind auch das Museum für Moderne Kunst und das skurrile Haus der Illusionen.

Blick auf die Dreifachbrücke in Ljubljana, Slowenien
Blick auf die Dreifachbrücke in Ljubljana, Slowenien Jude Mitchell-Hedges/Pexels

An den Uferpromenaden warten zahlreiche Restaurants im Freien, die berühmte Dreifachbrücke und Flussfahrten. Ganz Ljubljana punktet zudem mit viel Grün.

Kosten Sie lokale Gerichte wie Potica (Nussrolle) und Štruklji (Teigtaschen). Danach passt ein Trdelník, ein süßes Gebäck.

Übernachten Sie am Fluss oder in der Altstadt. Dort sind die Wege kurz und das Angebot an guten Lokalen groß.

Tinos: Weißgetünchte Dörfer und wilde Strände

Viele beliebte griechische Inseln sind überlaufen. Immer mehr Reisende weichen deshalb auf weniger bekannte Eilande aus – für Ruhe und Natur pur.

Tinos ist eine ideale Alternative zu Mykonos. Die Insel liegt nur eine kurze Fährfahrt entfernt, bietet traditionelle Dörfer, traumhafte Strände und verlässlich sonniges Wetter – jedoch mit deutlich weniger Menschen.

Tinos ist günstiger als Mykonos und wirkt ursprünglicher. Hier erlebt man die klassischen Kykladen, ohne starke Kommerzialisierung. Wer der teuren Partyszene von Mykonos entfliehen will, ist hier richtig.

Wegen der Kirche Panagia Evangelistria ist die Insel zudem ein bedeutender Wallfahrtsort und strahlt eine ruhige Spiritualität aus. Handwerk und Marmorkunst haben hier Tradition. Besuchen Sie Dörfer wie Ktikados mit seinen Marmorgassen oder das Bergdorf Kardiani.

Agios-Nikolaos-Kirche, Pyrgos, Tinos, Griechenland
Agios-Nikolaos-Kirche, Pyrgos, Tinos, Griechenland Stéphane Tendon/Pexels

Strandfans entspannen in Agios Sostis oder Agios Fokas. Wer Surf- und Boho-Flair sucht, fährt nach Kolimbithra. Sehenswert sind die einzigartigen Taubenhäuser aus dem 13. Jahrhundert und das Archäologische Museum. Wein gibt es bei lokalen Gütern wie T-OINOS.

Naturliebhaber wandern auf den Exomvourgo für weite Inselblicke. Probieren Sie lokale Käse wie Kopanisti, dazu Artischocken, frische Meeresfrüchte und Fourtalia (Kartoffelomelett) in Tavernen wie O Ntinos. Großartige Aussicht bietet To Perivoli tis Kardianis.

Übernachten Sie in Tinos-Stadt (Chora) für kurze Wege, die Nähe zum Fährhafen und gutes Essen. Wer Meerblicke und Dorfleben sucht, wählt Kardiani.

Salerno: Dramatische Küsten und authentischer italienischer Charme

Genug von den teuren Menschenmassen an der Amalfiküste, aber Lust auf die Landschaft geblieben? Dann fahren Sie nach Salerno. Die historische Hafenstadt ist ein verstecktes Juwel gleich oberhalb von Amalfi. Sie bietet ähnlich spektakuläre Ausblicke, mittelalterliche Architektur und unverfälschten italienischen Charme.

Essen, Trinken und Unterkünfte sind in Salerno viel günstiger als in den überlaufenen Orten der Amalfiküste. Als geschäftiger Hafen tauchen Besucher hier selbst in der Hochsaison besser ins lokale Leben ein. Gleichzeitig ist die Anbindung per Bus, Bahn und Fähre nach Positano, Amalfi, Pompeji und Capri ausgezeichnet.

Luftbild von Salerno, Italien
Luftbild von Salerno, Italien Ensar*/ Pexels

Erkunden Sie die mittelalterlichen Gassen des Centro Storico und die Handwerksläden für Leder und Keramik. Danach lohnt der Besuch der großen Kathedrale von Salerno mit ihrer beeindruckenden Krypta.

Sehenswert sind der Giardino della Minerva der historischen Medizinschule, das Castello di Arechi und die Villa Comunale. Flanieren Sie über die Promenade Lungomare Trieste oder fahren Sie ins nahe Vietri sul Mare zu den Strandclubs. Verpassen Sie nicht die Street Art und Museen wie das Museo Diocesano und das Archäologische Museum.

Kosten Sie Salernos berühmte frische Meeresfrüchte, etwa bei Mama Rosa und Cicirinella. Oder probieren Sie eine großartige neapolitanische Pizza bei Gli Esposito oder Pizza de Michele. Zum Abschluss passt etwas Süßes wie Dolce Pantaleone.

Übernachten Sie in der Altstadt (Centro Storico) für Geschichte und Shopping. Am Lungomare gibt es moderne Hotels mit Meerblick und direktem Zugang zur Promenade.

Rovinj: Mittelalterliche Gassen und Adriablicke, ohne Game-of-Thrones-Trubel

Dubrovnik wurde in den vergangenen Jahren von Game-of-Thrones-Fans und Partytouristen überrollt. Die Preise schossen in die Höhe, Overtourism wurde zum ernsten Problem.

Wer statt Dalmatien die Halbinsel Istrien wählt, entdeckt Rovinj. Die kleine, noch relativ unbekannte Stadt bietet ein ähnliches Flair wie Dubrovnik: historische Mauern und fast märchenhafte Kulissen.

Venezianische Architektur, schöne Adria-Ufer und Kopfsteinpflaster prägen den Ort. In Rovinj sind deutlich weniger Besucher unterwegs – ideal für einen romantischen Kroatien-Trip ohne den Hochsaison-Andrang von Dubrovnik.

Genießen Sie türkisfarbenes Wasser und felsige Plätze zum Schwimmen, pastellfarbene Häuser und eine hübsche Kirche auf dem Hügel.

Festgemachte Boote nahe der Häuser in Rovinj, Kroatien
Festgemachte Boote nahe der Häuser in Rovinj, Kroatien Rachel Claire/Pexels

Bummeln Sie durch die Altstadt mit Ateliers und Galerien. In der Kirche der heiligen Euphemia lohnt der Aufstieg auf den Glockenturm für Panoramablicke über Adria und Stadt. Erkunden Sie versteckte Buchten oder spazieren Sie an der Uferpromenade.

Naturliebhaber laufen oder radeln durch den schönen Golden Cape Forest Park, oder machen eine Bootstour, um Delfine zu beobachten. Lust auf mehr? Dann bietet sich ein Tagesausflug ins nahe Venedig an – für zusätzliche Romantik und Kultur.

Frische Meeresfrüchte gibt es bei La Puntulina direkt am Wasser in der Altstadt. Für edles Fine Dining steht Monte, Kroatiens erstes Michelin-Sternerestaurant. Und die lokalen Trüffel sollten Sie nicht verpassen!

Valbruna eignet sich für Familien. Die Altstadt ist autofrei und besonders stimmungsvoll. Entspannung und Strand finden Sie an der Lone-Bucht.

Toulouse: Französische Eleganz, gutes Essen und Raumfahrt

Sie lieben französische Kultur und Paris, mögen aber die Disneyfizierung der letzten Jahre nicht? Dann ist Toulouse eine hervorragende Alternative. Die Stadt bietet Romantik, Charme und Kultur in entspannterem Ambiente – und zu günstigeren Preisen.

Toulouse besticht zudem mit Terrakotta-Architektur und trägt nicht umsonst den Spitznamen La Ville Rose, die rosa Stadt. Südfranzösische Sonne, Kunst und ein fußläufiges Zentrum sorgen für authentisches Frankreichgefühl – ohne den Pariser Preisschock.

Wie Paris an der Seine liegt Toulouse an der Garonne – mit Uferpromenaden und romantischen Brücken, ideal für lange Spaziergänge. Zusätzlich verläuft hier der UNESCO-gelistete Canal du Midi, perfekt für malerische Wege am Wasser.

Blick auf die Garonne und die Pont-Saint-Pierre-Brücke in der Dämmerung
Blick auf die Garonne und die Pont-Saint-Pierre-Brücke in der Dämmerung Nafis Naim/Pexels

Spazieren Sie durch die Altstadt und bestaunen Sie die rosafarbenen Backsteinfassaden, besonders rund um den Place du Capitole. Besuchen Sie die romanische Basilique Saint-Sernin und das gotische Couvent des Jacobins. Die Cité de l’espace macht Raumfahrt greifbar und unterhaltsam. Draußen bietet sich eine Radtour entlang der Garonne an.

Probieren Sie L’alicuit de canard (Entengericht) und Cassoulet (deftiger Bohneneintopf), regionale Würste und Süßes wie Croustade aux pommes (Apfelgebäck).

Beim ersten Besuch empfehlen sich Quartiere wie Capitole oder Carmes im Zentrum. Dort sind Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und Shopping schnell erreichbar. Für historischen Charme und Nähe zum Fluss bietet sich Saint-Étienne an. Saint-Cyprien wirkt lokaler und lebendiger und hat viele gute Lokale.

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