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Casa Batlló startet mit Mapping-Show ins Gaudí-Jubiläumsjahr

Casa Batlló: Zeitgenössische Mapping-Show 2026 von United Visual Artists
Casa Batlló: Contemporary Mapping 2026 von United Visual Artists Copyright  Claudia Mauriño
Copyright Claudia Mauriño
Von Tokunbo Salako
Zuerst veröffentlicht am
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In Barcelonas Casa Batlló hat ein Jahr zum hundertsten Todestag Antoni Gaudís begonnen: Eine Licht-und-Sound-Show eröffnet einen neuen Raum für zeitgenössische Kunst.

Antoni Gaudís Casa Batlló ist ein leuchtendes Beispiel für sich ergänzende Gegensätze.

Sie feiert dauerhaft das kreative Genie des legendären spanischen Architekten: seine wegweisenden Entwürfe, den experimentellen Materialmix und seine Obsession für die Natur.

Jährlich besuchen fast zwei Millionen Menschen das Gebäude, das viele als „Meilenstein der Architektur“ bezeichnen. Modernste Augmented-Reality-Geräte lassen Jung und Alt feine Details entdecken – von den bunt verglasten Fenstern bis zu den innovativen, flexibel gestaltbaren Jugendstil-Innenräumen.

Ganz anders verhält es sich mit dem Mapping-Projekt von Casa Batlló: Es ist eine flüchtige audiovisuelle Erfahrung, die nur an zwei Abenden aufgeführt wird.

Zum nunmehr fünften Mal lädt Casa Batlló dazu ein und etabliert sich damit rasant als eine von Barcelonas wichtigsten, kostenlos zugänglichen Attraktionen. Künstlerinnen und Künstler schaffen eigens eine Show, die die Fassade von Gaudís Meisterwerk für kurze Zeit vollständig verwandelt.

Casa Batllo, wie es Besucherinnen und Besucher normalerweise sehen
Casa Batllo, wie es Besucherinnen und Besucher normalerweise sehen Tokunbo Salako/Euronews

In diesem Jahr setzt jedoch „Hidden Order“ einen besonderen Akzent: ein spektakuläres, lautes und energiegeladenes Licht- und Klangwerk von Matt Clark, Mitgründer des in London ansässigen Studios United Visual Artists.

Um das Projekt mit Leben zu füllen, holte Clark die internationale Tanzkünstlerin und Choreografin Fukiko Takase dazu. Er zeichnete ihre Bewegungen mit Motion-Capture-Technologie auf und integrierte den Körper der Tänzerin als zentrales Bildelement auf der Fassade.

Der Titel der Arbeit spielt auf „L’ordre invisible“ an, das offizielle Motto des „Gaudí-Jahres 2026“. Es hebt die Fähigkeit des Architekten hervor, Beobachtungen der Natur mit wissenschaftlicher Strenge und großer Vorstellungskraft zu verbinden.

Casa Batlló Contemporary Mapping 2026 von United Visual Artists
Casa Batlló Contemporary Mapping 2026 von United Visual Artists Claudia Mauriño

„Gaudí sagte einmal, die Gerade gehöre dem Menschen und die Kurve Gott. Er glaubte, dass in der Natur tiefere geometrische Prinzipien am Werk sind. Mich als Künstler haben immer die verborgenen Systeme unter der Oberfläche angezogen – jene Strukturen, die still und leise die Welt um uns herum formen“, sagte Clark.

Fukiko Takase tritt als Teil der Mapping-2026-Arbeit „Hidden Order“ von Matt Clark auf
Fukiko Takase tritt als Teil der Mapping-2026-Arbeit „Hidden Order“ von Matt Clark auf Claudia Mauriño

Die Erfahrung steigerte sich noch durch Takases Live-Auftritt im Inneren der Fassade. So entstand eine direkte Verbindung zwischen dem ikonischen Gebäude und den Menschen, die sich davor versammelt hatten.

„Wir verstehen das Mapping als Geschenk an die Stadt, als offenen Moment der Begegnung mit einem lebendigen Welterbe-Ort“, erklärte Gary Gautier, Generaldirektor von Casa Batlló.

Installationsansicht von „Beyond the Façade“ von United Visual Artists in Casa Batlló.
Installationsansicht von „Beyond the Façade“ von United Visual Artists in Casa Batlló. Claudia Mauri
Beyond the Façade: Performancekünstlerin Fukiko Takase
Beyond the Façade: Performancekünstlerin Fukiko Takase Courtesy of Casa Batlló

Erstmals lebt das Mapping nach den Projektionen am Wochenende weiter – als Ausstellung „Beyond the Façade“ im Inneren von Casa Batlló. Sie eröffnet den neuen Ausstellungsraum im zweiten Stock des historischen Gebäudes, der der zeitgenössischen Kunst gewidmet ist.

Zeitgenössische Feierlichkeiten

Maria Bernat, Direktorin von Casa Batlló Contemporary, sagte: „Die Arbeit von United Visual Artists verkörpert den Geist von Casa Batlló Contemporary perfekt: Offenheit, Risikofreude, forschende Neugier und den Anspruch, Erlebnisse zu schaffen, die es sonst nirgendwo geben kann.“

Maria Bernat, Direktorin Casa Batllo Contemporary
Maria Bernat, Direktorin Casa Batllo Contemporary Euronews/Joseph Allen

In diesem Jahr rückt Gaudís Vermächtnis zusätzlich in den Fokus, denn Barcelona trägt den Titel Weltarchitekturhauptstadt. Alle zehn Stadtbezirke organisieren Veranstaltungen, offene Häuser, Workshops und Installationen. Sie sollen zeigen, dass Architektur alle betrifft – und alle einbeziehen kann.

Für Gautier ist Gaudí für Architektur, Ingenieurwesen und Stadtplanung heute relevanter denn je.

„Viele der Innovationen, die Gaudí zur Lösung architektonischer Herausforderungen in seine Projekte einbrachte, verstehen wir heute aus einem neuen Blickwinkel. Es handelt sich nicht mehr nur um dekorative Ansätze, sondern um Lösungen für aktuelle Probleme vieler Gebäude: Bauten, die lebendig wirken, die atmen können, die nachhaltig sind – vieles von dem, wonach Architektinnen und Architekten heute suchen. Schon im vergangenen Jahrhundert und noch früher hat Gaudí mit genau diesem Bewusstsein gebaut.“

Die Ausstellung Beyond the Façade von Matt Clark (United Visual Artists) ist in Casa Batlló noch bis zum 17. Mai 2026 zu sehen.

Cutter • Joseph Allen

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