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Cisco-Präsident fordert Sicherheitsprüfungen für KI-Agenten wie bei Angestellten

Jeetu Patel – Präsident und Chief Product Officer bei Cisco
Jeetu Patel – Präsident und Chief Product Officer bei Cisco Copyright  Euronews
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Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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In Euronews-Next spricht Cisco-Präsident Jeetu Patel über das erste Produkt mit hundert Prozent KI-Code und warnt: Digitale Kollegen brauchen Checks und Milliarden für Sicherheit.

Der Technologiekonzern Cisco entwirft eine weitreichende Vision für Künstliche Intelligenz (KI). Sie soll nicht nur ein weiteres Werkzeug für Unternehmen sein, sondern zu einer existenziellen Grundlage werden, die unsere Arbeitswelt grundlegend verändert.

Auf einem KI-Gipfel in Amsterdam enthüllte Cisco-Präsident Jeetu Patel gegenüber Euronews Next, dass das Unternehmen bereits ein Produkt entwickelt hat, dessen Programmcode zu hundert Prozent von KI stammt.

Bis Ende 2026 werde es mindestens ein halbes Dutzend Produkte geben, die ausschließlich von KI geschrieben seien, kündigte er an.

Auf die Frage, was das für Programmiererinnen und Programmierer bedeutet, gab er einen klaren Rat: Man solle sich weniger davor fürchten, dass KI den eigenen Job ersetze, sondern davor, dass jemand mit besserem KI-Einsatz einem die Stelle abnehme. Bei Cisco werde es keine Entwickler mehr geben, die KI nicht zu einer täglichen Kerngewohnheit machten.

Patel erklärte, Cisco stelle seine Softwareentwicklung von klassischem Agile auf eine stärker spezifikationsgetriebene Arbeitsweise um. Ein Team solle dann nicht mehr aus acht Personen bestehen, sondern nur noch aus drei Menschen plus fünf digitalen Agenten – bei zugleich verdreifachtem Output.

Im Zentrum stehen KI-Agenten. Diese Systeme planen Aufgaben, führen sie aus und lösen Probleme mit möglichst wenig Eingriff durch Menschen. Ein solcher Agent kann etwa E-Mails verfassen und terminieren oder Dienstreisen organisieren.

Trotzdem müssen in diesem neuen Modell weiterhin erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler den Code prüfen.

Patel stellte zudem das Konzept „Human in the loop“ infrage, also die Vorstellung, dass Menschen an entscheidenden Stellen in KI- und Machine-Learning-Prozesse eingreifen.

Stattdessen, so Patel, solle man von „AI in every loop“ sprechen. KI-Agenten gälten dann nicht mehr nur als Werkzeuge, sondern als digitale Kolleginnen und Kollegen.

Wenn KI-Agenten außer Kontrolle geraten

Trotz aller Zuversicht in die Technologie bleibt Patel nach eigenen Worten Realist und warnt eindringlich vor Sicherheitsrisiken durch KI-Agenten.

„Was mich nachts wach hält, ist Sicherheit“, sagte er. Es sei wichtig, sich nicht die rosarote Brille aufzusetzen und die möglichen negativen Folgen von KI auszublenden.

„Diese Agenten, die künftig in unserem Auftrag arbeiten, müssen so gründlich überprüft werden wie Angestellte vor ihrer Einstellung“, fügte er hinzu.

Patel zufolge investiert Cisco Milliardenbeträge in Sicherheitssysteme, um zwei zentrale Aufgaben zu lösen: KI-Agenten vor Angriffen zu schützen und die Welt vor Agenten zu bewahren, die außer Kontrolle geraten.

„Wir müssen den Agenten vor der Welt schützen – und die Welt vor dem Agenten“, fasste er zusammen.

Cisco positioniert sich dafür als unverzichtbare Infrastruktur der KI-Ära. Das Unternehmen setzt auf einen sogenannten Full-Stack-Ansatz, der vom Siliziumchip bis zur Anwendung reicht.

Cisco entwickelt dafür eigene ASICs ebenso wie Software und Management-Ebenen und will so zum Rückgrat der neuen KI-Infrastruktur werden.

„Wenn wir Hardware und Software gemeinsam entwerfen, entsteht plötzlich so etwas wie Magie“, erklärte Patel. „Dann greift alles nahtlos ineinander.“

Mit Blick nach vorn betont er, höhere Produktivität sei zwar wichtig, aber nicht der eigentliche Gewinn.

Entscheidend seien neue Erkenntnisse, die es im menschlichen Wissensschatz noch gar nicht gebe. KI könne damit Probleme lösen helfen, von deren Lösung wir bislang nicht einmal zu träumen wagten – etwa bei Krankheiten, Armut, Gesundheitsversorgung oder Energie.

Cutter • Roselyne Min

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