Russlandfreundlicher General gewinnt Präsidentenwahl in Bulgarien

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Von Euronews
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Der bulgarische Regierungschef Boiko Borissow hat nach dem Sieg des russlandfreundlichen Oppositionskandidaten Rumen Radew bei der Präsidentenwahl seinen Rücktritt erklärt.

  • Wähler unzufrieden mit Arbeit der Regierung
  • Sieger will Annäherung an Russland
  • Großes Interesse an zweiter Abstimmungsrunde
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Der bulgarische Regierungschef Boiko Borissow hat nach dem Sieg des russlandfreundlichen Oppositionskandidaten Rumen Radew bei der Präsidentenwahl seinen Rücktritt erklärt. Borissow zog damit die Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden seiner Kandidatin Zezka Zatschewa. Der Sieger, Rumen Radew, profitierte u.a. von der Unzufriedenheit der Wähler mit der grassierenden Korruption. Zudem stehen viele Bulgaren der EU zunehmend kritisch gegenüber. “Heute hat die Demokratie in Bulgarien über Apathie und Angst gesiegt. Trotz des Täuschungsmanövers der Regierung, die vor einer Apokalypse gewarnt hatte, habt ihr für den Wandel gestimmt”, so Radew.

Ankündigung des Rücktritts: Die bitteren Momente des Boiko Borissow und seiner gescheiterten Kandidatin Zezka Zatschewa. pic.twitter.com/mKq26Jn3Rp

— Michael Mandlik (@MichaelMandlik) 13. November 2016

“Pro-europäisch, bedeutet nicht anti-russisch”

Der bisherige Regierungschef Borissow stand mit seinem Mitte-Rechts-Kabinett für einen pro-westlichen Kurs. Der neue Präsident, Radew, trat als Bewerber der oppositionellen Sozialisten an. Er ist für einen Verbleib Bulgariens in der Nato, erklärte aber gleichzeitig: Pro-europäisch, bedeute nicht anti-russisch. Er strebt eine stärkere Annäherung an Moskau an und fordert die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Russland. Das Interesse an der zweiten Runde der Präsidentenwahl war groß, 6,8 Millionen Menschen waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Radew war schon überraschend mit 25 Prozent der Stimmen als Sieger aus dem ersten Wahlgang vor einer Woche hervorgegangen. Zatschewa kam dabei nur auf 22 Prozent. Ihr schlechtes Abschneiden beim ersten Wahlgang wurde als Protestvotum gegen die Regierung gewertet.

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