Pharma-Skandal: Australische Schüler produzieren Medikament zu billigem Preis

Pharma-Skandal: Australische Schüler produzieren Medikament zu billigem Preis
Von Euronews
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Vielleicht erinnern Sie sich noch an Martin Shkreli. Er wurde vor einem Jahr im Internet zum meistgehassten Mann gekürt, weil er den Preis eines Medikamentes um das 55-fache erhöhlt hatte. Jetzt haben

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Vielleicht erinnern Sie sich noch an Martin Shkreli. Er wurde vor einem Jahr im Internet zum meistgehassten Mann gekürt, weil er den Preis eines Medikamentes um das 55-fache erhöhlt hatte. Jetzt haben Schüler in Australien gezeigt, dass es auch anders geht.

Australische Schüler haben in ihrem High-School Labor ein lebensrettendes Medikament zu einem unschlagbar niedrigen Preis hergestellt: 2 US-Dollar pro Pille. Es handelt sich um den Wirkstoff Daraprim. Der Hedgefonds- und Pharmamanager Martin Shkreli hatte sich vor einem Jahr die Rechte für das Medikament gesichert und den Preis pro Pille von 13 auf 750 US-Dollar hochgetrieben.

Brandon Lee, einer der Schüler, erzählt: “Wir haben viel herumprobiert. Wir haben viele Tests wiederholt, um zu sehen unter welchen Bedingungen wir mit den verschiedenen Zutaten Daraprim herstellen können. Es war ein ziemliches Auf und Ab der Gefühle. Wir sind High-School-Schüler und wir wollten der Öffentlichkeit zeigen, dass sogar wir in der Lage sind, dieses Medikament zu einem sehr niedrigen Preis herzustellen.”

Nice one, boys! Sydney schoolkids show up Martin Shkreli by making a malaria drug for $2 that he charged $750 for: https://t.co/zpIYZeNaDo

— Neda Vanovac (@nedavanovac) 30 novembre 2016

Für HIV-Patienten und Menschen, die an Malaria leiden, ist das Medikament lebenswichtig. Die Elftklässler wollen, dass der Wirkstoff nicht nur reichen Patienten zur Vefügung steht. Ihr Lehrer Mat Todd erklärt: “Wir sind teil des Malaria-Forschungsbunds. Diese schreckliche Krankheit tötet jeden Tag rund 2.000 Menschen, unter ihnen viele Kinder. Wir verbessern die Medikamente der großen Pharmakonzerne.”

Die Arbeit der Schüler ändert nichts daran, dass Shkreli in den USA das Medikament weiter zu horrenden Preisen verkaufen kann. Denn er hat das exklusive Verkaufsrecht.

Den Schülern ist es jedoch gelungen, ein Zeichen zu setzen. Shkreli zeigte sich unbeeindruckt, und sagte lediglich, es sei schön, dass Jugendliche sich so für Chemie begeistern könnten. Er fügte hinzu, dass bei dem niedrigen Preis der Schüler die Herstellungskosten und die Gehälter nicht inbegriffen seien.

Labor and equipment costs? Didn't know you could get physical chemists to work for free? I should use high school kids to make my medicines!

— Martin Shkreli (@MartinShkreli) 1 décembre 2016

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