Alfie ist tot: britisches Gesundheitssystem in der Kritik

Alfie ist tot: britisches Gesundheitssystem in der Kritik
Copyright REUTERS/Kacper Pempel/Archiv
Copyright REUTERS/Kacper Pempel/Archiv
Von Euronews
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Die Ärzte haben lebenserhaltende Maßnahmen für das Kleinkind eingestellt. Seine Eltern hatten dafür gekämpft, den Jungen so lange wie möglich am Leben zu erhalten.

WERBUNG

In einem Krankenhaus in Liverpool ist der zweijährige Alfie gestorben. Das Kleinkind war über die Grenzen Großbritanniens bekannt geworden, weil es unheilbar krank war. Die Eltern wollten lebenserhaltende Maßnahmen fortsetzen, die Ärzte sahen darin keinen Sinn und stellten die Maßnahmen ein.

Alfie habe Flügel bekommen, schrieben die Eltern in einer Internetbotschaft. Der Fall Alfie hatte auch den Papst berührt. Franziskus setzte sich für ein möglichst langes Leben des Jungen ein. Der Papst, heißt es aus dem Vatikan, habe den Fall als Chance gesehen, die Heiligkeit des Lebens zu betonen.

Das britische Gesundheitssystem steht für den Umgang mit todkranken Kindern in der Kritik. Bereits im vergangenen Jahr wurde den Eltern eines Säuglings gerichtlich verwehrt, ihr Kind kurz vor seinem Tod einer experimentellen Behandlung in den USA zu unterziehen. Der deutsche Mediziner Nikolaus Haas, der als Gutachter in den Fall Alfie involviert war, vermutet hinter dem Vorgehen der britischen Ärzte die Angst innerhalb des Gesundheitssystems vor teuren Präzedenzfällen, die das sowieso schon kriselnde System belasten würden.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Britisches Baby Charlie Gard mit 11 Monaten gestorben

Dramatischer NGO-Bericht: Zehn Millionen Kinder weltweit auf der Flucht

Urteil gegen Killer-Nurse: 7-fache Babymörderin bekommt lebenslange Freiheitsstrafe