Eilmeldung

Eilmeldung

Nullnummern: Die 10 schrägsten Eurovision-Auftritte

Sie lesen gerade:

Nullnummern: Die 10 schrägsten Eurovision-Auftritte

#2 Valentina Monetta bei der Probe für den ESC 2017
@ Copyright :
Thomas Hanses
Schriftgrösse Aa Aa

Es ist ein schmaler Grat zwischen Ruhm und Scham beim Eurovision Song Contest. Während wir auf die Auftritte des ESC 2018 warten, gibt es hier einen Rangliste - im Countdown - der zehn Songs, die nicht gerade wegen ihrer musikalischen Leistung Eindruck machten.

10. Gefangen zwischen zwei Jobs

Gunvor sing "Lass ihn" für die Schweiz, 1998

Vor dem Eurovision Song Contest hatte Gunvor zwei Jobs: Sie arbeitete im Luftwaffenministerium und als Kellnerin in einer Cocktailbar. Als sie ausgewählt wurde, um ihre Heimat Schweiz zu vertreten, legte sie ihre staatliche Anstellung nieder, um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten - bekam dann aber die gefürchteten "Null Punkte".

Die daraus resultierende negative Berichterstattung stürzte sie in eine Depression. Sie fing an, in einem Zirkus zu arbeiten, und später veröffentlichte sie eine Reihe von Musik-CDs für Kinder.

Trotz dieser unerwarteten Wendung behält sie jedoch ihren fröhlichen Optimismus und ihren unbezwingbaren Geist. Der ESC war zwar nicht der weltweite Erfolg, von dem sie als Kind träumte, doch sie sieht es so: "Bis heute erhalte ich immer noch Autogrammwünsche aus der ganzen Welt. Ich trete immer noch im Fernsehen, Radio oder bei Firmen- und Privatveranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstagsfeiern etc. auf. Ich bin so dankbar."

9. Es hat nie besonders gut geklungen...

Josh Dubovie tritt mit "That Sounds Good to Me" für Großbritannien an, 2010

Zwar heißt sein Song "That sounds good to Me" (Klingt gut für mich), doch Josh Dubovie stieß beim ESC 2010 wohl auf taube Ohren. Seine Geschichte ist bekannt in Großbritannien: Dubovie war ein aufsteigender Stern und seine Eroberung des Eurovision Song Contest schien seinen Ruhm zu krönen... Allerdings trat er mit dem uninspirierenden "That Sounds Good to Me" von Pete Waterman an, ein Song der alles andere als gut klang. Niemand war beeindruckt, und Josh Dubovie erzielte nur 10 Punkte, was fast noch schlimmer ist als gar nichts.

Wie Gunvor haben ihm die Folgen seines Eurovisionsauftritts mehr geschadet als genutzt. Wegen der negativen Presse musste er seinen Namen in Josh James ändern, und auch sein Karriere-Relaunch im Jahr 2013 dauerte weniger als ein Jahr.

Aber es scheint, dass er eine neue Berufung gefunden hat, nachdem er eine neue Firma namens Canadabis gegründet hat, die seine Liebe zu Kanada und, ja, zu Cannabis vereint.

8. Geteilter Humor

"Friends Lost and Forgotten" von Peter Nalitch, 2010

Er mag im Jahr 2010 den 11. Platz belegt haben, aber andere Teilnehmer sahen schnell ein wenig Blockabstimmung zu Gunsten von Peter Nalitch. Wie um alles in der Welt hat er sich so gut geschlagen?

Peter Nalitch bringt die Russen zum Lachen, indem er in einem gebrochenen englischen Akzent singt und bewusst schlechte Schnitttechniken einsetzt. Niemand im Westen schien es jedoch sehr lustig zu finden.

7. Die Originale Nullnummer

Jahn Teigen singt "Mil etter mil" für Norwegen, 1978

"Mil etter mil" gilt aus mehreren Gründen legendär in der Geschichte des Eurovision Song Contest. Zunächst, weil es der erste Song war, der nach dem 1975 eingeführten Punktesystem "Null Punkte" erhielt. Es war die Performance aus Norwegen, dem Land, dessen Vertreter öfter "Null Punkte" erreicht haben, als jeder andere.

Trotzdem scheint Sänger Jahn Teigen unbesiegbar zu sein. Seine Karriere wurde nicht nur durch seine spektakuläre Niederlage nicht beeinträchtigt, sondern er vertrat sein Land gleich zwei weitere Male beim Eurovision Song Contest, 1982 landete er auf Platz 12 und 1983 auf Platz 9. Im Jahr 2011 wurde er sogar zum Ritter erster Klasse des St. Olav-Ordens ernannt.

So vieles ist verstörend an diesem Song, dass es schwierig ist, zu wissen, wo man anfangen soll. Ist es die rote Hose? Die übergroße Goldblume? Die Zahnspange? Vielleicht ist es die Sonnenbrille inmitten einer abgedunkelten Halle? Nein, so spektakulär all diese Fehltritte auch gewesen sein mögen, es ist der fast hysterische Auftritt, der "Mil etter mil" seinen Platz in unserer Eurovision "Hall of Shame" verdient.

6. Absolut "öko"

Remedios Amaya singt "¿Quién maneja mi barca?" für Spanien, 1983

Der ESC ist der Ort, an dem viele Kulturen aufeinandertreffen. Doch in diesem Fall war es dem damaligen britischen Kommentator dann doch zu viel, er stempelte den Auftritt Remedios Amaya als "sehr, sehr öko" ab.

Der Song bewegt sich zwischen Flamenco und Rock (wer wusste, dass das gibt?) und enthielt einige verblüffenden Textpassagen, wie "die Zöpfe deiner Mutter, sag mir, wer sie geflochten hat". Sie führte ihr Lied gekleidet in was aussah wie ein alter Vorhang und ohne Schuhe, auf. Das Publikum schien etwas verwirrt, als sie fertig war: Der Applaus war nicht gerade mitreißend. Eine böse Vorwarnung für Spanien, dass das Lied klar auf die "Null Punkte" zusteuerte.

4. Mutterschaft und Apfelkuchen

Toto Cutugno mit seinem Lied "Insieme 1992" für Italien, 1990

Es gibt Zeiten, in denen die Europäer sehnsüchtig auf das Jahr 1990 zurückblicken sollten. Damals besang Toto Cutugno mit schier unbändiger Begeisterung die europäische Integration. "Insieme 1992" wurde von diesem weißgekleideten Künstler geschrieben, um die Unterzeichnung des Maastrichter Vertrags zu feiern, die zwei Jahre später stattfinden sollte.

Vor fast drei Jahrzehnten gewann seine Botschaft bei den Wählern des Eurovision Song Contest, die diesem leidenschaftlichen Verfechter der EU den ersten Platz einräumten.... was ist nur danach schief gelaufen?

3. Alles schief

"Cry Baby" von Jemini aus dem Jahr 2003

Der Song ist gar nicht mal so schlecht, aber der Auftritt... düster und bis zur Schmerzgrenze schief. Ein fragwürdiges Audiosystem und eine Blockabstimmung wurden für das Scheitern verantwortlich gemacht, aber die meisten Leute würden nicht bestreiten, dass Jeminis "Null Punkte" rundum verdient waren.

2. "If you wanna go to my house, click me with your mouse"

Valentina Monetta aus San Marino singt "The Social Network Song", 2012

Ursprünglich als Song über Facebook geschrieben, verstieß Valentina Monettas Show 2012 gegen die Eurovisionsvorschriften, die Produktplatzierung verbieten. Der Songname wurde im Vorfeld des Wettbewerbs eilig in "The Social Network Song" geändert. Das Problem war nur, dass die meisten der Originaltexte sich auf "Facebook" reimten und alle Verweise auf Mark Zuckerbergs Idee den Effekt etwas verdarben. Gott sei Dank hat die unsterbliche Zeile "Wenn du zu mir nach Hause willst, klick mich mit der Maus an" noch funktioniert.

Natürlich hat es Valentina Monetta 2012 nicht ins Finale geschafft. Tatsächlich war "The Social Network Song" nur einer von vier Versuchen, dorthin zu gelangen. Im Jahr 2014 hat sie es endlich geschafft. Ihr Angebot für 2017 hatte jedoch kein Glück.

1. Nein, das ist keine Illusion

Krassimir Aramov aus Bulgarien performt "Illusion" (2009)

Man muss wohl nicht erklären, warum Krassimir Aramovs "Illusion" die Tabelle der denkwürdigsten Eurovision-Songs anführt - die Liste der Performances, an die wir uns nicht erinnern wollen. Sehen Sie sich einfach das Video an. Aber denken Sie daran, zuerst den Ton auszuschalten. Denn es besteht Migräne-Gefahr. Und Aramovs Falsett ist, naja, unglaublich.

Erstaunlicherweise hat diese kleine Nummer im Halbfinale 2009 ganze sieben Punkte erreicht. Das zeigt eindeutig, dass sich über Geschmack streiten lässt.