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Agentenaffäre: Russland hegt Zweifel an Skripal-Interview

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Agentenaffäre: Russland hegt Zweifel an Skripal-Interview

Agentenaffäre: Russland hegt Zweifel an Skripal-Interview
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REUTERS/Dylan Martinez, Montage: Euronews
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Die diplomatische Krise nach der Vergiftung des russisch-britischen Doppelagenten Sergei Skripal und Russlands Regierung hat ihre Zweifel an dem Interview mit Julia Skripal, Hat Julia Skripal, die Tochter des vergifteten Doppelagenten Sergei Skripal, ihr jüngstes Interview freiwillig gegeben? Zumindest in Russland scheint man daran zu zweifeln. Im Kreml heißt es, das Interview könnte unter Druck entstanden sein. Die russische Botschaft in London mutmaßt, es könnte auf Englisch vorgeschrieben und dann mehr schlecht als recht auf Russisch übersetzt worden sein.

"Wir haben keinen Grund, dem Statement zu trauen", so Dmitri Peskow, Sprecher der russischen Regierung. Nachdem wir hier über eine beispiellose internationale Provokation Russlands sprechen, haben wir allen Grund dazu, misstrauisch zu bleiben."

Peskow wies auch darauf hin, dass man nicht über den Zustand von Julia Skripal Bescheid wisse. Das Interview wurde an einem geheimen Ort aufgezeichnet. Der Kreml und die Botschaft bemühen sich um Kontakt zu Skripal, bisher aber offenbar vergeblich.

Die 33-Jährige war vor rund drei Monaten vergiftet aufgefunden worden, gemeinsam mit ihrem Vater, einem ehemaligen britisch-russischen Doppelagenten. Beide waren daraufhin ins Koma gefallen. Die Tat hat eine diplomatische Krise ausgelöst. Großbritanniens Regierung vermutet Russland hinter dem Attentat; so wurde ein Nervengift verwendet, das in der Sowjetunion entwickelt wurde. Endgültige Beweise für eine Beteiligung Russlands gibt es aber bisher nicht.

Der russische Präsident Wladimir Putin glaubt nicht an einen Anschlag mit einem chemischen Kampfstoff. Bei einer Pressekonferenz mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte er, wäre das passiert, wäre der Agent Skripal sofort gestorben.

Das russische Außenministerium lehnte eine Sondersitzung der Mitglieder des Chemiewaffenübereinkommens ab. Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa begründete das der Agentur Tass zufolge auch mit den Vorwürfen gegen Russland im Fall Skripal.