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Slowakei: Neue Spur im Fall Kuciak

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Slowakei: Neue Spur im Fall Kuciak

Slowakei: Neue Spur im Fall Kuciak
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Im Februar wurden der slowakische Investigativjournalist Jan Kuciak und seine Verlobte ermordet. Über ein halbes Jahr später, ist die Tat noch immer nicht aufgeklärt. Nun ist eine EU-Delegation nach Bratislava gereist, um sich über den Stand der Ermittlungen zu informieren.

"Jan Kuciak saß an Recherchen über sehr heikle politische Fällen, die bis zum ehemaligen Premierminister Fico reichen. Wir haben es hier mit einem sehr komplexen Staatsaffäre zu tun und habe meine Zweifel, dass wir jemals herausfinden werden, was wirklich passiert ist", erklärt Zuzana Wienk, slowakische Journalistin und Mitglied der NGO "Fair Play".

Vor seinem Tod arbeitete Kuciak an einer Reportage, mit der er ein komplexes Netzwerk zwischen slowakischer Regierung und italienischer Mafia offenlegen wollte. Es soll im großen Stil EU-Agrarfördergelder veruntreut haben.

Heute hat die Slowakei eine neue Regierung. Doch der politische Wille zur Aufklärung des Mords fehle nach wie vor, sagt Kuciaks ehemaliger Chefredakteur Peter Bárdy: "Ich bin mit der Arbeit der Polizei nicht zufrieden. Sie haben nichts in der Hand und wenn doch, dann verschweigen sie es. Wir warten noch immer darauf, was sie tun wollen, um den Mord an Jan ernsthaft zu untersuchen."

Immerhin scheint nun etwas Bewegung in die Ermittlungen zu kommen. Am Montag veröffentlichte die Polizei das Phantombild eines Mannes, bei dem es sich um einen wichtigen Zeugen im Fall Kuciak handeln könnte.