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Nato-Manöver probt Ernstfall

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Nato-Manöver probt Ernstfall

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Mit „Trident Juncture“ führt die Nato das größte Manöver seit dem Ende der Sowjetunion durch. Geübt wird der Bündnisfall, den Angriff auf einen Mitgliedstaat. Zu Luft, zu Land und auf See wird vom 25. Oktober an mit 50.000 Soldaten getestet, ob die NATO praktisch in der Lage ist, ihre Gebiete zu verteidigen und potenzielle Gegner abzuschrecken.

Mittel- und Ostnorwegen; der Nordatlantik bis Island und die Ostsee, der Luftraum von Finnland und Schweden sind die Übungsgebiete. Truppen- und Materialtransporte haben schon im September begonnen, Zentraler Aspekt ist die Logistik, wie effizient Soldaten und Ausrüstung zwischen den europäischen Ländern bewegt werden können. 31 Länder sind mit allen Waffengattungen beteiligt. Die NATO und Norwegen kostet das Manöver knapp 160 Millionen Euro, die deutschen Kosten werden mit 90 Millionen angesetzt.

Die Nato hat diplomatisch korrekt darauf verwiesen, dass nicht das Szenario eines russischen Angriffs geübt, sondern die gemeinsame Abwehr eines "fiktiven" Gegners trainiert werde. Nach Ende des kalten Kriegs hatte das westliche Bündnis keine großen Manöver mehr durchgeführt, das ändert sich seit der Krim Annexion und der Ukraine Krise. Die durch die Osterweiterung zur Nato gehörenden Staaten empfanden das letzte russiche Großmanöver mit 300.000 Soldaten nicht eben als vertrauensbildende Maßnahme.