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Endlich wieder gehen: Elektrostimulation hilft Gelähmten

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Endlich wieder gehen: Elektrostimulation hilft Gelähmten

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Neue Hoffnung für Menschen mit Querschnittslähmung: Mit Hilfe gezielter Nervenstimulation im Rahmen eines Rehatrainings ist es Forschern der Technischen Hochschule Lausanne und des Universitätsspitals Lausanne gelungen, Patienten zum Laufen zu bringen, die vorher an den Rollstuhl gefesselt waren.

Zwar sind die Patienten weiterhin auf einen Rollator angewiesen und können nur kurze Strecken zurücklegen, doch das ist im Vergleich zu bisherigen Behandlungsmethoden bereits ein großer Fortschritt - im wahrsten Sinne des Wortes.

„Es ist ein tolles Gefühl, das Labor gehend betreten zu können", sagt der Patient Gert-Jan Oskam.

Im Rahmen der Behandlung stimulieren die Wissenschaftler in Lausanne gezielt Nerven im Rückenmark, auf das kraftraubende Gehtraining kann dabei nicht verzichtet werden. Um die Nervenbahnen anregen zu können, müssen zunächst kleine Platten auf Höhe des Rückenmarks eingesetzt werden.

Grégoire Courtine von der Technischen Hochschule Lausanne erklärt: „Er versucht die Muskeln anzuspannen, zugleich wird das Rückenmark stimuliert. Durch das Zusammenwirken des Impulses des Gehirns und die Stimulation wird der Nerv an genau diese Stelle geschoben."

Durch die zusätzliche Bewegung stellten sich weitere gesundheitliche Verbesserungen ein - so wurde bei manchen Patienten ein geringerer Blutdruck festgestellt.

Sébastien Tobler ist seit einem Fahrradunfall gelähmt und gilt eigentlich als hoffnungsloser Fall. Doch der Patient hat einen eisernen Willen und profitiert gleichzeitig vom Forschungsfortschritt.

„Ich verwende gerne das Bild, dass ich durch den Matsch wate“, sagt Tobler. „Und glauben Sie, dass Sie eines Tages wieder gehen können", fragt die Reporterin. „Wir sehen uns in drei Jahren wieder.“

Spricht's und trainiert weiter.