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Amsterdam: Anne-Frank-Haus wieder eröffnet

Amsterdam: Anne-Frank-Haus wieder eröffnet
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Nach einem umfassenden Umbau ist in Amsterdam das Anne-Frank-Haus neu eröffnet worden. Im Beisein des niederländischen Königs Willem-Alexander präsentierte das Museum auch die komplett umgestaltete Dauerausstellung.

Tom Brink ist verantwortlich für die Präsentation:

"Wir haben versucht, die Familiengeschichte als eine Art Fenster zu einer größeren Geschichte, einer größeren Amsterdamer Geschichte in den 1940er Jahren, während des Krieges, der niederländischen Geschichte und natürlich der europäischen Geschichte zu nutzen, schließlich war ganz Europa von der Naziherrschaft betroffen.

Wir benutzen zum Beispiel eine Karte mit vielen kleinen schwarzen Punkten. Sie wurde von den Beamten der Amsterdamer Stadtverwaltung erstellt, und jeder Punkt zählt für 10 Juden. Die Nazis wollten wissen, wo sich die Juden sammeln, wollten wissen, wo sie leben. Und dann kamen die Razzien und den Deportationen."

Im Hinterhaus an der Prinsengracht hatte das jüdische Mädchen Anne Frank im Versteck vor den Nazis von 1942 bis 1944 ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben. Das Versteck selbst blieb unverändert. Das Haus wird jährlich von mehr als 1,2 Millionen Menschen besucht.

Um dem Besucheransturm gerecht zu werden, wurde der Eingangsbereich erweitert. Die bisherigen stundenlangen Wartezeiten vor dem Haus sollen Vergangenheit sein. Künftig müssen Karten mit festen Zugangszeiten vorab im Internet gekauft werden. Der Umbau hatte zwei Jahre gedauert, das Museum blieb währenddessen geöffnet.

Die acht untergetauchten Juden waren im August 1944 verraten und im Konzentrationslager deportiert worden. Anne starb im Alter von 15 Jahren kurz vor der Befreiung 1945 in Bergen-Belsen. Nur Vater Otto überlebte. Er veröffentlichte 1947 die Tagebücher.