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Brexit kostet Wirtschaft bis zu 150 Mrd. Pfund - pro Jahr

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REUTERS/Henry Nicholls
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Die britische Wirtschaft wird durch die Scheidung von der Europäischen Union in jedem Fall an Wachstum verlieren. Das geht aus einer Schätzung des britischen Finanzministeriums hervor. Besonders teuer zu stehen käme Großbritannien demnach ein ungeordneter Brexit, der die Wirtschaft pro Jahr 150 Milliarden britische Pfund kosten würde. Die Kosten durch das mit der EU ausgehandelte Abkommen beliefen sich auf lediglich 40 Milliarden Pfund.

Finanzminister Philip Hammond erklärte im Unterhaus: "Die britische Wirtschaft wird außerhalb der EU wachsen und weiter wachsen aufgrund ihrer fundamentalen Stärke. Aber unabhägig von den verschiedenen Szenarien wird sich die Wirtschaft insgesamt ein bisschen mehr verkleinern, als bei einem Verbleib in der EU."

Premierministerin Theresa May und Kabinettsmitglieder werben derzeit händeringend um Unterstützung für das am vergangenen Sonntag in Brüssel beschlossene Abkommen.

May erklärte bei der Unterhausdebatte: "Die Analyse zeigt, dass wir den besten Deal für unsere Arbeitsplätze und Wirtschaft verhandelt haben. Der Deal entspricht dem Ergebnis des Referendums. Ich glaube, dass wir gemäß des Referendumsergebnisses liefern müssen."

"Kein Deal, sondern Wunschliste"

Widerstand gegen Mays Abkommen gibt es aber auch innerhalb der Regierung, in Reihen der nordirische Partei DUP und der Opposition. Labour-Parteichef Jeremy Corbyn kritisierte:

"Die heute veröffentlichte Vorhersage des Wirtschaftsdienstes der britischen Regierung ist bedeutungslos, weil es keinen Deal, sondern eine 26-seitige Wunschliste gibt. Der Finanzminister sagte jedenfalls, dass das Volk durch den Deal schlechter dastehen wird. Stimmt die Premierministerin überein? Der Minister scheint nicht verfügbar zu sein, um Fragen zu beantworten."

Die Parlamentarier sollen am 11. Dezember über den Brexit-Deal von Theresa May abstimmen. Gegenwärtig scheint ihr Vorschlag im Unterhaus nicht mehrheitsfähig zu sein.