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Friedensnobelpreis für Engagement gegen sexuelle Gewalt im Krieg

Friedensnobelpreis für Engagement gegen sexuelle Gewalt im Krieg
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Die Jesidin Nadia Murad und der kongolesische Arzt Denis Mukwege haben den in Oslo vergebenen Friedensnobelpreis erhalten - für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt, die in Kriegs- und Konfliktgebieten als Waffe gegen Frauen benutzt wird.

"Der einzige Preis in der Welt, der unsere Würde wiederherstellen kann, ist Gerechtigkeit"

Die Irakerin Nadia Murad wurde mehrere Monate lang von der Terrormiliz Islamischer Staat als Sex-Sklavin gehalten und missbraucht.

"Vielen Dank für diese Ehre, aber Tatsache ist, dass der einzige Preis in der Welt, der unsere Würde wiederherstellen kann, die Gerechtigkeit und die Verfolgung dieser Kriminellen ist. Es gibt keinen Preis, der unser Volk und unsere Lieben entschädigen kann, die nur deshalb getötet wurden, weil sie Jesiden waren."

Murad gelang die Flucht aus dem Nordirak, lebt nun in Baden-Württemberg und den USA und kämpft dafür, dass die Terroristen vor ein internationales Gericht kommen. Im Nordirak ermitteln nun die Vereinten Nationen wegen Kriegsverbrechen.

"Das Richtige zu tun, ist nicht schwer. Es ist eine Frage des politischen Willens."

Dr. Denis Mukwege leitet eine Klinik in der Demokratischen Republik Kongo, die weibliche Opfer sexueller Gewalt behandelt. Bei der Zeremonie in Oslo forderte er Maßnahmen gegen Politiker, die für solche Verbrechen direkt oder indirekt verantwortlich sind.

"Die Staaten müssen aufhören, sie willkommen zu heißen, ihnen den roten Teppich auszurollen und stattdessen eine rote Linie gegen Vergewaltigung als Kriegswaffe ziehen. Diese rote Linie könnten wirtschaftliche und politische Sanktionen sein, und sie müssen vor Gericht. Das Richtige zu tun, ist nicht schwer. Es ist eine Frage des politischen Willens."

Beide Preisträger riefen die Weltgemeinschaft auf, Gewalt gegen Frauen in Kriegen überall auf der Welt engagiert zu bekämpfen.