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Bessere Früherkennung bei Prostatakrebs?

Bessere Früherkennung bei Prostatakrebs?
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Jeder 4. Mann erkrankt an Prostatakrebs, jeder zehnte Krebstod geht auf einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse zurück. Bei frühzeitiger Diagnose sind die Heilungschancen aber sehr gut. Eine neue Langzeitstudie aus Schweden mit rund 20.000 Männern besagt, die regelmäßige Überwachung der Prostata erhöht die Chancen, einen Krebs frühzeitig zu entdecken.

Maria Frånlund, forschende Ärztin an der Sahlgrenska akademin:

Wir haben herausgefunden, dass wir das Risiko von Todesfällen durch Prostatakrebs um bis zu 30 Prozent senken können, bei den Männern, die aktiv am Vorsorgeprogramm teilnehmen.

Das gilt aber laut den Schweden nur, wenn dazu der PSA Test gemacht wird, eine Blutuntersuchung auf ein bestimmtes Eiweiß, das die Prostata bildet. Medizinisch ist die Aussagefähigkeit des PSA Tests umstritten, in Deutschland wird er nur auf eigenen Wunsch und Kosten gemacht, wenn der Arzt keine Anzeichen entdeckt, die den Test notwendig machen.

Leif Arnmar hat an der Studie teilgenommen - sein Prostatakrebs wurde deshalb frühzeitig entdeckt.

Ich dachte, warum sollte ich Prostatakrebs haben? Aber ich hatte es. Und die Leute sagten mir, dass man sich jetzt wirklich operieren lassen sollte…

Statistisch erkranken die meisten Männer erst in sehr fortgeschrittenem Alter - ihr Tumor würde ihr Leben oft gar nicht verkürzen. Auf jeden Patienten, der dank des Tests länger lebt, kommen laut einer anderen Studie 30 bis 40 Patienten, die durch die Diagnose keine Verlängerung ihrer Lebenszeit, dafür aber die Nebenwirkungen der Therapie haben.

Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums

0800–420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.de

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/psa-test-frueherkennung.php

Was wird beim PSA-Test eigentlich nachgewiesen? Das Prostata-spezifische Antigen, abgekürzt PSA, ist ein Eiweiß, das von Zellen der Prostata gebildet wird. Im Prostatasekret dient es der Verflüssigung des Samens. In geringen Mengen tritt das PSA auch ins Blut über. Daher lässt es sich mit einem relativ einfachen Labortest aus einer Blutprobe nachweisen.

Der Normalwert liegt bei gesunden Männern im Bereich von null bis höchstens vier Milliardstel-Gramm (Nanogramm, ng) pro Milliliter Blut. Werte zwischen 2 ng/ml und 4 ng/ml gelten den meisten, aber nicht allen Experten allerdings bereits als kontrollbedürftig, vor allem bei jüngeren Männern. Die Untersuchung sollte dann nach einem Jahr oder früher wiederholt werden.

Was verändert den PSA-Spiegel?

Als Ursachen eines PSA-Anstiegs kommen zum Beispiel Entzündungen oder andere vergleichsweise harmlose Auslöser infrage, aber auch kleine Tumoren. Bei höheren Werten (über 4 ng/ml) wird ein Krebsverdacht wahrscheinlicher und muss weiter abgeklärt werden. Eine akute Harnwegsinfektion oder eine Infektion der Prostata können allerdings kurzfristig ebenfalls zu höheren Werten führen. Ist der Wert aber mehrfach und über einen längeren Zeitraum erhöht, empfehlen Ärzte betroffenen Patienten dann meist die Entnahme von Gewebeproben durch Biopsie. Die Biopsie als mögliche Konsequenz sollte allen Männern bewusst sein, die einen PSA-Test durchführen lassen möchten.