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Migranten der Sea-Watch gehen in Sizilien von Bord – Retter fürchten Konsequenzen

Migranten der Sea-Watch gehen in Sizilien von Bord – Retter fürchten Konsequenzen
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Der Ätna am Horizont, die Küste so nah, aber fast zwei Wochen lang durfte das Rettungsschiff Sea-Watch 3 nicht anlegen. Jetzt ist es so weit, das Schiff einer deutschen Hilfsorganisation mit 47 Migranten an Bord wurde in den Hafen von Catania eingelassen.

Die Migranten bekommen damit nach einer Zeit der Ungewissheit europäischen Boden unter den Füßen. Italien hatte der Anlandung der Sea-Watch 3 zugestimmt, nachdem Deutschland und andere EU-Staaten sich bereiterklärt haben, die Migranten aufzunehmen.

Schwierigkeiten befürchtet aber die Hilfsorganisation Sea-Watch aus Berlin. Hinter Italiens Verhalten vermutet man dort einen politischen Schachzug. In einer Internetveröffentlichung heißt es, der für Catania zuständige Staatsanwalt sei bekannt für seine Agenda gegen Nichtregierungsorganisationen. Zuvor habe der Staatsanwalt in Siracusa keine Verfehlungen der Organisation erkannt. Das Schiff hatte tagelang vor dem Hafen von Siracusa auf ein Ende der Blockade gewartet, wurde dann aber an den Hafen von Catania verwiesen.

Am Mittwoch hatte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR seine Migrantenstatistik vorgestellt. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, nannte die Rettung von Leben, so wörtlich, "weder eine Wahl, noch eine politische Frage, sondern eine uralte Pflicht". Dem UNHCR zufolge sind im vergangenen Jahr durchschnittlich sechs Menschen pro Tag beim Versuch gestorben, das Mittelmeer zu überqueren.