Gerichtsprozess gegen katalanische Separatisten: "Das Urteil ist bereits gefällt"

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Von Philipp Lippert
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Einige katalanische Autonomiebefürworter stellen die Unabhängigkeit der spanischen Justiz bei dem Verfahren infrage. Wir haben mit einer Befürworterin in Barcelona gesprochen.

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In der Millionenstadt Barcelona verfolgen viele Einwohner den Prozess gegen führende katalanische Separatisten, die am Unabhängigkeitsreferendum vom Oktober 2017 beteiligt waren.

Autonomiebefürworter wie Lena Sellés, eine 62 Jahre alte Professorin, stellen die Unabhängigkeit der spanischen Justiz infrage: "Das Urteil ist bereits gefällt. Das war es schon von dem Moment an, als die spanische Regierung unter Leitung der Volkspartei sich mit den Richtern darauf einigte, diesen Zirkus überhaupt zu veranstalten."

"Der Wille der Menschen muss respektiert werden"

Lena ist Teil einer Unabhängigkeitsbewegung, die sich die katalanische Nationalversammlung nennt. Die Professorin fordert Europa zum Handeln auf: Sie sagt, dass es bei dem Referendum 2017 keine Gewalt gegeben habe. Das sei einer der Hauptanklagepunkte im Verfahren gegen die Separatisten: "Im Europa des 21. Jahrhunderts muss der Wille der Menschen respektiert werden. Es muss möglich sein, für eine Unabhängigkeit wählen zu können - so wie es die Schotten konnten. Ich bin immer noch überrascht, dass ich dafür kämpfen muss."

Am Dienstag versammelten sich Hunderte von Katalanen im Zentrum von Barcelona. Viele warten aber auf eine große Kundgebung am kommenden Samstag.

Ministerpräsident Pedro Sánchez im Fokus

Für Spanien bleibt es eine angespannte Woche. Nicht nur der Gerichtsprozess gegen die katalanischen Separatisten hat begonnen, im Parlament wird nun auch über den Haushalt diskutiert. Ministerpräsident Pedro Sánchez braucht mit seiner Minderheitsregierung die Unterstützung von Parteien aus Katalonien. Doch der Prozess verhindert Verhandlungen.

Alle Hintergründe zum Prozess finden Sie hier.

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