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Werden "IS-Kinder" im Irak gefoltert?

Werden "IS-Kinder" im Irak gefoltert?
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Im Irak werden Kinder, wegen angeblicher Verbindungen zum sogenannten Islamischen Staat, offenbar immer häufiger gefoltert. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Irakische und kurdische Regierungsbehörden sollen auf diese Weise Geständnisse erzwungen und Hunderte von Kindern wegen Terrorismus angeklagt haben.

"Sie haben meine Augen verbunden, mich gefesselt und mit Plastikrohren geschlagen. Sie sagten: 'Gib zu, dass du beim IS warst.' Ich habe ihnen gesagt, dass das nicht stimmt. Ich wurde gezwungen, zu gestehen. Sie haben Zigaretten auf mir ausgedrückt und mich mit Kabeln und Stöcken geschlagen", sagt dieser 18-jährige Häftling, ein 17-Jähriger erzählt:

"Ich wurde für ein Jahr und vier Monate eingesperrt. Von meiner Familie getrennt zu sein, ist schlimm. Ich habe sie schon so lange nicht mehr gesehen. Ich denke den ganzen Tag an sie."

Human Rights Watch verurteilt in einem Bericht den Missbrauch an den Kindern und die dadurch erzwungenen Gerichtsprozesse und unfairen Verurteilungen.

Belkis Wille, von Human Rights Watch erklärt die Problematik: "Die irakische Justiz ist nicht in der Lage, alle Straftaten richtig und in vollem Umfang zu untersuchen. In solch einem Rechtssystem bekommen die Angeklagten kein faires Verfahren zugesprochen. Die Behörden erkennen nicht, dass die Kinder in erster Linie Opfer sind, die von den IS-Anhängern benutzt und missbraucht wurden."

Nachdem der sogenannte Islamische Staat aus dem Irak verdrängt wurde, stehen immer mehr Männer, Frauen und Kinder wegen der vermeintlichen Zugehörigkeit zur IS-Miliz vor Gericht.

Laut Human Rights Watch sollen die irakischen Behörden Ende 2018 etwa 1.500 Kinder inhaftiert haben.