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Tag 5 ohne Strom: Die Verzweiflung in Venezuela wächst

Tag 5 ohne Strom: Die Verzweiflung in Venezuela wächst
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Tag fünf in Venezuela ohne Strom. Der anhaltende Blackout verhärtet die Fronten. Der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaido rief zu neuen Protesten auf – und alle Beschäftigen in öffentlichen Betrieben zum Generalstreik. Zuvor hatte er im entmachteten Parlament den Notstand ausgerufen.

"Ich spüre die Verzweiflung, die wir alle heute hier spüren, und deshalb fordern wir, dass die Nationalversammlung diesen Alarmzustand für Venezuela anerkennt. Es ist ein Notfall, eine Tragödie, eine Katastrophe, die Venezuela durchmacht", so Guaido.

Misswirtschaft oder Sabotage?

Schuld sei die Maduro-Führung. Sie sei korrupt und habe die Infrastruktur im Land verkommen lassen. Maduro selbst schiebt die Verantwortung den USA zu. Eine Cyberattacke auf das größte Wasserkraftwerk des Landes am Guri-Staudamm habe zu dem – so wörtlich – „Stromkrieg“ geführt.

Der Ausfall legt weite Teile des öffentlichen Lebens noch immer lahm - und zwingt die Menschen zum Improvisieren. In ihrer Verzweiflung waschen und kochen sie mit verdrecktem Wasser aus Flüssen und Bächen.

"Maduro, geh endlich"

„Wir holen dieses Wasser, um die Toilette zu spülen und zu baden. Trinken kann man es nicht", erklärt eine Frau. Eine andere fragt: "Wie sollen wir unseren Kindern erklären, dass es kein Wasser gibt, keine Telefonverbindung, keinen Strom? Es gibt nichts! Wie lange noch? Maduro, geh endlich, geh."

Doch ans Aufgeben denkt Maduro nicht. Auch er rief seine Anhänger zu Protesten auf. Die USA kündigten derweil an, auch ihre letzten verbliebenen Diplomaten aus Caracas abzuziehen.