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Erneute Massenproteste gegen den altersschwachen Präsidenten Bouteflika

Erneute Massenproteste gegen den altersschwachen Präsidenten Bouteflika
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Die Massenproteste in Algerien gegen den altersschwachen Präsidenten Bouteflika und dessen Regierung dauern an. Zehntausende gingen im ganzen Land erneut auf die Straßen und forderten den Rücktritt des Staatschefs sowie ein neues politisches System.

"Wir sind heute gekommen, um zu zeigen, dass alle Menschen in den 48 Städten dieses Regime ablehnen. Wir sind friedlich, zivilisiert und demokratisch hierhergekommen. Zwanzig Jahre sind genug - also verschwinde", forderte eine Demonstrantin.

Seit Ende Februar demonstrieren Algerier jeden Freitag.

Anfangs waren die Proteste nur gegen den 82-jährigen Bouteflika gerichtet. Der verzichtete mittlerweile zwar auf eine erneute Kandidatur, verschob jedoch gleichzeitig die Wahl auf unbestimmte Zeit. Eigentlich sollte die Ende April stattfinden.

Mittlerweile rückt auch Algeriens politische Elite vom Staatschef ab. Generalstabschef Ahmed Gaid Salah forderte am Dienstag das Verfassungsgericht und das Parlament auf, Artikel 102 der Verfassung zu aktivieren. Damit kann der Präsident aus gesundheitlichen Gründen für amtsunfähig erklärt und de facto abgesetzt werden.

Die Opposition sieht in dem Vorstoß der Armee jedoch einen Putschversuch. Auch zahlreiche Demonstranten lehnten am Freitag eine Absetzung des Präsidenten über Artikel 102 ab. Sie befürchten, dass so die Männer hinter dem Staatschef weiter ihren Einfluss behalten.

Bouteflika ist seit 20 Jahren an der Macht, sitzt aber seit einem Schlaganfall 2013 im Rollstuhl und kann kaum noch sprechen. In der Öffentlichkeit tritt er fast nicht mehr auf. Der Unmut der Demonstrierenden richtet sich aber auch gegen das Geflecht aus hohen Militärs, Politikern und Wirtschaftsvertretern, die das Land beherrschen. Vor allem die Armee spielt dabei eine zentrale Rolle.

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