"Christchurch-Appell": Gipfel gegen Terror im Internet

"Christchurch-Appell": Gipfel gegen Terror im Internet
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Mit einem "Christchurch-Appell" wollen Frankreich und Neuseeland für schärfere Regeln gegen die Verherrlichung von Anschlägen im Internet werben. Dazu lädt der französische Präsident Emmanuel Macron für den 15. Mai die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern und internationale Unternehmenschefs nach Paris ein, zwei Monate nach dem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch mit 50 Toten.

Jacinda Ardern, neuseeländische Premierministerin:

„Was wir uns vorgenommen haben: Zu versuchen, Einigkeit zu diesem Thema herzustellen. Dass wir natürlich die Prinzipien eines freien, offenen und sicheren Internets beibehalten. Dass es hier nicht um Meinungsfreiheit geht, sondern darum, gewalttätigen Extremismus und Terrorismus über's Internet zu verhindern. Wer in aller Welt sollte die Meinung vertreten, dass der Terrorist am 15. März das Recht hatte, den Mord an 50 Menschen zu streamen - genau darauf konzentriert sich dieser Aufruf."

MORD ONLINE

Der Täter von Christchurch hatte im März Dutzende Muslime ermordet, seine Gewalttaten gefilmt und im Internet verbreitet. Facebook löschte nach eigenen Angaben in den ersten 24 Stunden nach dem Anschlag 1,5 Millionen Kopien der Aufnahmen.

NACHAHMER ANIMIERT

Schon vor 17 Jahren hatten Forscher aus Würzburg, Mannheim, den US-Bundesstaaten Michigan und New Jersey untersuchten 143 Amokläufe weltweit analysiert. Das Ergebnis: Vier von zehn Amokläufen (44 Prozent) passierten innerhalb von zehn Tagen nach einer medienbekannten Tat. Der Aachener Psychiater Micha Hilgers nach dem Amoklauf von Emsdetten 2006, bei dem sieben Menschen verletzt wurden: Die "enorme öffentliche Aufmerksamkeit, ja Hysterie, ist quasi Balsam auf die verletzten Seelen derjenigen, die für Amoktaten infrage kommen".

Neben weiteren Staats- und Regierungschefs sollen auch Verteter großer Internetfirmen wie Facebook und Google an dem Christchurch -Treffen teilnehmen.

su