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Russisch-ukrainischer Passstreit eskaliert

Russisch-ukrainischer Passstreit eskaliert
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Der künftige ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj legt sich mit Wladimir Putin schon jetzt an. Er will Russen die Staatsbürgerschaft der Ukraine verleihen. Das ist die Revanche für Putins Angebot an Ukrainer, einen russischen Pass zu bekommen. Selenskyj schrieb: "Wir werden die ukrainische Staatsbürgerschaft Vertretern aller Völker geben, die unter autoritären und korrupten Regimen leiden. In erster Linie Russen, die heute wohl am meisten leiden."

Zuvor hatte Putin gesagt, er wolle künftig allen Ukrainern leichter russische Pässe ausstellen.

Am Mittwoch hatte er ein Dekret unterschrieben für eine leichtere Einbürgerung von Menschen in der Ostukraine. Demnach sollen Ukrainer mit ständigem Wohnsitz in "einzelnen Kreisen" der Gebiete von Donezk und Luhansk in einem "vereinfachten Verfahren" russische Staatsbürger werden.

Der Kremlchef: "Wir wollen es einfacher machen, einen russischen Pass zu bekommen, und das übrigens nicht nur für die Bürger in Donetsk und Luhansk, sondern für alle Bürger in der Ukraine."

Putin begründete sein Angebot mit der Sorge um Menschenrechte in den Separatistengebieten.

Gleichzeitig wiederholte Putin am Wochenende seine Bereitschaft zu einem Dialog mit dem Nachbarland. Bis zu 100 Milliarden Rubel (umgerechnet 1,3 Milliarden Euro) seien notwendig, um Sozialleistungen an die neuen Staatsbürger auszuzahlen.

In den Regionen Luhansk und Donbass leben mehr als 3,5 Millionen Menschen.

Dort herrscht seit 2014 Krieg, prorussische Separatisten kämpfen gegen ukrainische Regierungstruppen. Rund 13.000 Menschen sind dabei nach UN-Angaben getötet worden.