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#EUroadtrip: Rumänien und die Korruption

#EUroadtrip: Rumänien und die Korruption
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euronews reist im Vorfeld der Europawahl einmal quer über den Kontinent: Nach mehreren Tagen in Bulgarien erfolgt in Bukarest die Übergabe des Staffelholzes.

„Wir hatten eine intensive und spannende Woche", sagt euronews-Reporter Apostolos Staikos. „Die Menschen in Bulgarien sind sauer auf ihre Politiker. Sie sagen, dass Korruption und geringe Löhne zwei der größten Probleme im Land sind. Aber vor allem die jungen Menschen sind durchaus guter Dinge, was die Zukunft angeht."

Und Bryan Carter ergänzt: „Trotz Optimismus wandern viele Bulgaren aus. Dörfer in den ländlichen Gegenden sind verlassen. Die Menschen ziehen in die Städte. Es ist traurig, dass diese Orte früher voller Leben waren und nun verwaist sind. Aber jetzt seid Ihr mit Eurer Fahrt durch Rumänien an der Reihe. Hier ist der Schlüssel. Viel Glück und gute Reise!"

Seit dem EU-Beitritt des Landes im Jahr 2007 hat zwar die Arbeitslosigkeit in Rumänien abgenommen, aber der Wohlstand ist ungleichmäßig verteilt: Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut. Die Infrastruktur ist stark verbesserungswürdig und die Korruption ein Dauerthema.

„Ich bin zum ersten Mal in Rumänien und freue mich darauf, das Land kennenzulernen", so euronews-Reporter Damon Embling. „Von außen betrachtet ist wohl die Korruption das größte Problem. Rumänien wird immer noch als eines der korruptesten Länder Europas bezeichnet."

Sein Kollege Gábor Tanács meint: „Die ehemaligen Ostblockstaaten haben alle das Problem, dass Schummeln eine der erfolgreichsten Strategien war. Diese Mentalität ist fest in der Gesellschaft verankert und Teil des Problems."

Embling: „Rumäniens Bemühen, die Korruption zu bekämpfen, steht im Mittelpunkt, weil gleichzeitig zur Europawahl eine Volksbefragung stattfindet. Der Präsident versucht zu verhindern, dass ein neues Gesetz durchkommt, das die regierenden Sozialdemokraten vorschlagen. Manche Leute sagen, damit solle das Ermitteln in Bestechungsfällen verhindert werden."

„Das wird interessant, denn Rumänien ist tief zwischen den städtischen und ländlichen Gebieten gespalten. Schauen wir mal, was die Leute sagen", sagt Tanács.

Und zwar auf dem roten euronews-Sofa mitten Bukarest. Wird dieses aufgebaut, ist klar: Hier kommt die Bevölkerung zu Wort.

„Es ist nur so, dass wir hier nicht gut über die Runden kommen“

Eine Frau sagt: „Die Europäische Union kann uns so viel helfen, wie sie will. Doch wenn wir uns nicht selbst helfen können, ist alles für die Katz. Die Korruption ist überall: Von oben bis unten."

„Rumänen werden immer Rumänen bleiben", meint ein Mann. „Egal, wo sie hinziehen. Sie können in Großbritannien, in Frankreich oder außerhalb der EU leben. Ganz egal. Wir alle sind im Herzen Rumänen. Es ist nur so, dass wir hier nicht gut über die Runden kommen."

„Unsere Löhne liegen unter denen in anderen EU-Ländern. Die Arbeitgeber denken, dass in Rumänien alles noch billig ist. Das ist nicht gerecht", so eine Rumänin. Und ein Mann betont: „Der Kommunismus war wie Krieg. Für uns ist die EU gut. Ich weiß nicht, wie es in 20 oder 50 Jahren sein wird, aber heute ist die EU für uns die Lösung."

Zwischen 1990 und 2017 ist der Wegzug von Rumänen ins Ausland Zahlen der Weltbank zufolge um 287 Prozent gestiegen. Insbesondere Rumänen mit guter Bildung suchen demzufolge das Weite.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie von Euronews. Die anderen Geschichten finden Sie in unserer Übersicht:

#EUroadtrip | Euronews berichtet vor den Europawahlen aus der EU