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"Das Mittelmeer sollte kein Friedhof sein"

"Das Mittelmeer sollte kein Friedhof sein"
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Pietro Bartolo ist seit drei Jahrzehnten Inselarzt auf Lampedusa und gilt als Held der Menschlichkeit inmitten der Tragödie der Migration. Er hat viele Tausend Bootsflüchtlinge versorgt, die halb verdurstet waren, traumatisiert, deren Haut durch ausgelaufenen Treibstoff verbrannt war. Trotz des Siegeszugs von Matteo Salvinisfremdenfeindlicher Lega zieht Bartolo nun als einer von 73 italienischen Abgeordneten ins EU-Parlament ein - für die sozialdemokratische Partei PD.

Wir haben ihn in Rom getroffen, vor seinem Aufbruch nach Brüssel.

Pietro Bartolo:

„Wenn Sie wüssten, wie oft ich geweint habe ... oder mich übergeben habe oder wie oft ich Angst hatte ... da sagt man sich irgendwann, das reicht jetzt. Ich schäme mich, dass ich nichts tun konnte, um Dinge zu ändern - trotz meiner Bemühungen. Es ist mir nicht gelungen, die Lage zu meistern und zu überzeugen. Ich habe getan, was ich konnte. Ich war nur ein Arzt - trotzdem gibt es einen Film ("Fuocoammare" - "Seefeuer", von Gianfranco Rosi)). Ich habe ein erstes Buch geschrieben, dann ein zweites. Ich dachte, jemand da draußen muss doch ein Herz haben und sich kümmern, sie müssen es tun, aber am Ende gab es nicht einmal das. Was tun? Dies ist der Grund, warum ich mich für Politik entschieden habe.“

Lampedusa hat mit nur 6.000 Einwohnern von Anfang ein großes Gewicht der Migrationskrise getragen. 350.000 Flüchtlinge hat Dr. Bartolo in 28 Jahren behandelt. Nun will er seinen Kampf in das Herz der Europäischen Union bringen.

"EUROPAS ZUKUNFT IST DAS MITTELMEER"

Pietro Bartolo:

„Ich glaube, die Zukunft Europas, dieses großen Kontinents, der es uns ermöglichte, 70 Jahre in Frieden zu leben… nun, die Zukunft ist das Mittelmeer! Und eines ist klar. Wir Italiener sind als Teil dieser Zukunft privilegiert, weil unser Land und unsere Inseln dort liegen. Wir müssen also Beziehungen zu den Menschen aufbauen, die dort leben. Das Mittelmeer sollte kein Friedhof sein. Es sollte ein Meer des Lebens sein.“

Lampedusa ist allerdings nicht der einzige „Hot Spot“ für Migranten, in dem die rechte Lega die meisten Stimmen erhielt. Die kalabresische Stadt Riace ist der andere. Hier, wo das Modell von Bürgermeister Mimmo Lucano zum Symbol der Integration von Migranten geworden ist, erhielt die Lega 30% der Stimmen und wurde die Partei Nummer eins in der Stadt.

su