54 Schiffbrüchige: Gerettet - und jetzt?

54 Schiffbrüchige: Gerettet - und jetzt?
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Die Besatzung eines Schiffes der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea hat 54 Schiffbrüchige an Bord genommen.

Malta habe sich bereiterklärt, die Menschen aufzunehmen, hieß es zunächst seitens der Hilfsorganisation. Später meldete Mediterranea, die maltesische Marine werde doch kein Schiff schicken, um die Flüchtlinge an Land zu bringen. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte gesagt, sein Land sei nicht zuständig, da die Schiffbrüchigen aus libyschen Gewässern gerettet worden seien. Mediterranea lehnt eine Rückführung nach Libyen aus Sicherheitsgründen ab.

„Wir haben sie in einem Schlauchboot gefunden, das noch seetüchtig war. Das Problem war, dass wir uns in libyschen Gewässern befanden und die Libyer kamen, um sie zurückzubringen, also haben wir die Menschen schnell an Bord genommen“, sagt die Mediterranea-Ärztin Giulia Berberi.

Mediterranea rief um Hilfe und betont, das Schiff der Hilfsorganisation sei nicht geeignet, um die 54 Menschen längere Zeit an Bord zu behalten.

Am Mittwoch war vor der Küste Tunesiens ein Flüchtlingsboot gekentert. Nur vier der 86 Menschen an Bord wurden von tunesischen Fischern aus dem Wasser gezogen, die übrigen sind verschollen.

Einer der Überlebenden berichtet, nach dem Kentern des Bootes seien viele ins Wasser gesprungen, er habe sich entschlossen, auf dem havarierten Schiff zu bleiben.

„Wir haben eine Holzplanke genommen, die wir im Boot gefunden haben. Auf der saßen wir zwei Tage lang zu viert“, sagt der aus Mali stammende junge Mann. Gemeinsam mit den anderen Überlebenden wurde er von den Behörden in Tunesien in einer Notunterkunft untergebracht.