Neue Kulturstätten für Hongkong

Neue Kulturstätten für Hongkong
Schriftgrösse Aa Aa

Hongkong befindet sich inmitten eines kulturellen Baubooms, der die Lebensqualität der Stadt erheblich verbessern soll. Das neue Opernhaus Xiqu ist Teil des weitläufigen West Kowloon Cultural District.

Euronews besucht auch das im Bau befindliche Museum für zeitgenössische Kunst _M+_. In einem Anbau werden bereits Werke aus aller Welt ausgestellt. Wir sehen den japanischen Popkünstler Takashi Murakami, der seine Ausstellung im Tai Kwun, der ehemaligen Hauptpolizeiwache, die als Kulturerbe und Kunstraum renoviert wurde, vervollständigt.

Das Hong Kong Museum of Art, mit 40% mehr Ausstellungsfläche, kombiniert traditionelle und moderne Kunst, neben der Avenue of the Stars am Meer, mit den Handabdrücken chinesischer Filmgrößen.

Und wir besuchen die Galerie du Monde, die von einem in Kalifornien geborenen Sammler gegründet wurde, der sagt, dass die Art Basel Shows in den letzten Jahren Hongkong zu einem wichtigen globalen Standort für den Kunstmarkt gemacht haben.

Mehr kultureller Einfluss für Hongkong

Als Knotenpunkt der Welt nutzt Hongkong seinen kulturellen Einfluss. Das neue Opernhaus ist Teil des West Kowloon Cultural District. In dieser Folge von Spotlight sprechen wir mit lokalen und internationalen Persönlichkeiten, die ihren Teil zur Gestaltung des Stadtteils beitragen.

Das Opernhaus, genannt Xiqu-Zentrum, ist eines der ersten fertiggestellten Gebäude im neuen Stadtteil, der an den neuen Hochgeschwindigkeitsbahnhof West Kowloon angrenzt. Xiqu hat eine lyrische Architektur, welche die Leiterin gerne mit Tai-Chi vergleicht.

"Das Design des Theaters ist rund. Und „chi“, was Lebensenergie bedeutet wie beispielsweise in Tai-Chi, findet sich auch im Namen der Oper wieder, im Xi", erklärt Naomi Chung, Leiterin des Xiqu-Zentrums.

Das Programm von Xiqu konzentriert sich auf die traditionelle kantonesische Oper. Chung bereitet auch Produktionen für ein jüngeres Publikum vor.

"Wir präsentieren die Stücke mit einer zeitgenössischen Methode. Das wünschen sich die jungen Künstler", sagt Chung.

M+ - das größte Museum für moderne Kunst in Hongkong

In der Nähe befindet sich M+. Es soll das größte Museum für moderne Kunst in Hongkong werden und befindet sich noch im Bau. Die Direktorin von M+ konnte schon Erfahrungen in Australien und in der Tate Gallery in London sammeln.

"Während wir darauf warten, dass das Museum fertig wird, haben wir einen kleinen Ausstellungsort im West Kowloon District, den wir als Versuch betrachten. M+ ist eines der ambitioniertesten und spannendsten kulturellen Infrastrukturprojekte der Welt", sagt Suhanya Raffel, die Direktorin von M+.

Dann geht es weiter in Richtung des historischen Zentrums von Hongkong und hinauf nach Tai Kwun. Das ehemalige Polizeirevier wurde im vergangenen Jahr als Kulturerbe und Kunstraum im Rahmen der kulturellen Erneuerung der Stadt wiedereröffnet.

Mit Leong Cheung vom Hong Kong Jockey Club, der Tai Kwun unterstützt, können wir einen kurzen Blick auf die Ausstellung des japanischen Künstlers Takashi Murkami erhaschen. Der ist mit dem letzten Schliff an der Exposition beschäftigt.

Takashi Murkami (links) und Euronews-Reporter Chris Burns (rechts)

"Bisher war es großartig. Im ersten Jahr haben wir über 3,5 Millionen Besucher empfangen – weit mehr als wir erwartet haben. Die Menschen liebten es, waren teilweise überwältigt. Wir konnten dazu beitragen, die gesamte Kulturszene in Hongkong zu bereichern", sagt Leong Cheung, Generaldirektor für Wohltätigkeit und Gemeinschaft beim Hong Kong Jockey Club.

Das Hong Kong Museum of Art ist jetzt 40 Prozent größer

Ein weiteres kulturelles Wahrzeichen ist das Hong Kong Museum of Art, das auch erneuert wurde. Es verfügt nun über 40 Prozent mehr Ausstellungsfläche und soll mit traditioneller chinesischer und moderner Kunst gefüllt werden.

Eve Tam, Direktorin des Hong Kong Museums of Art, erklärt: "Die Museumsgeschichte ist ein Spiegel der Entwicklung Hongkongs. Wir sind das erste Kunstmuseum, das östliche und westliche Künstler gleichzeitig präsentiert. Wir sind an einem strategischen Ort. Wir befinden uns in einem sehr touristischen Gebiet direkt neben der Avenue of Stars und haben so viele internationale Besucher."

Euronews-Reporter Chris Burns auf der Avenue of Stars

Außerhalb des Museums erkunden wir die Atmosphäre entlang der Avenue of Stars mit den Handabdrücken und Statuen chinesischer Filmstars. Neben Bruce Lee kennt man sicher auch Regisseur John Woo, Schauspielerin Gong Li und natürlich Jackie Chan.

Hongkong war die Kulisse für unzählige Filme. Zu den jüngsten gehört der Action-Thriller „Skyscraper“ mit Dwayne Johnson.

Vom Actionfilm zur Aktionskunst. Fred Scholle gründete in den 1970er Jahren seine Galerie du Monde mit Werken von Künstlern wie David Hockney.

Scholle sagt, dass die Ankunft der Kunstmesse Art Basel in Hongkong die Stadt in den vergangenen Jahren zum globalen Kunstmarkt gemacht hat.

"Sie bringt Kuratoren, Museumsleute, Wissenschaftler und Sammler aus der ganzen Welt zusammen. Sie hat Hongkong wirklich bekannt gemacht", erklärt Fred Scholle, Gründer der Galerie du Monde.

Und was hat diesen gebürtigen Kalifornier dazu bewogen, Hongkong zu seiner Heimat zu machen?

"Was mich hier hält? Außer dem Essen? Ich denke, die Lebensweise. Es ist eine aufregende Stadt, sie ist kosmopolitisch. Es ist eine sichere Stadt. Sie hat so ziemlich alles, was ich an einem Ort zum Leben mag", sagt Scholle.