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Nachbarin mit Messer bedroht: Verdächtiger von Frankfurt wurde gesucht

Nachbarin mit Messer bedroht: Verdächtiger von Frankfurt wurde gesucht
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REUTERS/Ralph Orlowski
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Update: Der mutmaßliche Täter von Frankfurt am Main wurde seit dem vergangenen Donnerstag von der Schweizer Polizei gesucht. Der Mann habe seine Nachbarin mit einem Messer bedroht, eingesperrt und sei dann geflohen. Daraufhin sei er in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben gewesen, sagte Bundespolizeipräsident Dieter Romann am Dienstag in Berlin. Die Vermutung liege nahe, dass er in Deutschland auf der Flucht war, so Romann auf Nachfrage. Der Eritreer sei aber weder in anderen europäischen Ländern noch in Deutschland polizeibekannt und auch in keinem Ausländerregister erfasst gewesen. Er gehe nicht davon aus, dass eine Grenzkontrolle stattgefunden habe.

Einen Tag nachdem ein Mann auf dem Frankfurter Hauptbahnhof einen Jungen vor einen einfahrenden ICE gestoßen und getötet sowie dessen Mutter und eine weitere Frau verletzt hat, gibt es zudem weitere Informationen über den mutmaßlichen Täter.

"Er soll seit 2006 in der Schweiz leben, er soll verheiratet sein und Vater von drei Kindern sein", sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft. "Er hat angegeben, er sei vor wenigen Tagen von Basel mit dem Zug nach Frankfurt gefahren." In Deutschland sei er bislang nicht polizeibekannt gewesen.

Der 40-Jährige soll in der Schweiz im Kanton Zürich gelebt haben. Das hat die Schweizer Polizei auch auf Twitter bestätigt.

Der Festgenommene war mit eritreischer Staatsbürgerschaft im Besitz einer sogenannten Niederlassungsbewilligung. Diese wird Ausländern in der Schweiz nach einem Aufenthalt von fünf oder zehn Jahren im Land ausgestellt. Niedergelassene haben damit laut dem Staatssekretariat für Migration ein unbeschränktes Aufenthaltsrecht.

Heute Nachmittag gibt nicht nur der deutsche Innenminister Horst Seehofer eine Pressekonferenz ab, sondern auch die Polizei in Zürich wird wegen des großen Interesses an dem Fall eine Pressekonferenz organisieren.

Zu den Motiven, die den Mann aus Eritrea zu den Tat veranlasst haben könnten, gibt es weiterhin keine Erkenntnisse.

Der Verdächtige soll den Jungen und auch dessen Mutter vor einen ICE gestoßen haben. Der Junge starb noch im Gleisbett, die Mutter konnte sich retten und wurde verletzt. Beide stammen aus dem Hochtaunuskreis. Eine dritte Person, die der Mann auch attackiert hatte, konnte sich in Sicherheit bringen, ohne auf die Gleise zu stürzen. Dabei handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um eine 78-jährige Frau. Sie erlitt einen Schock und eine Schulterverletzung.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Mordes und des versuchten Mordes. Der Tatverdächtige soll am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Erkenntnisse zum Tatmotiv gibt es bisher nicht: Der Verdächtige habe noch keine Angaben zum Tatgeschehen gemacht. Hinweise, dass der Mann unter Alkohol oder Drogeneinfluss gestanden habe, habe die Staatsanwaltschaft bislang nicht. Eine erste Atemkontrolle auf Alkohol nach der Tat habe 0,0 Promille ergeben, sagte die Sprecherin.

Zur Frage nach dem Gesundheitszustand des Verdächtigen sagte sie: «Die Tat spricht ja schon dafür, dass man an eine psychische Erkrankung denkt.» Geplant seien psychiatrische Gutachten, um zu ermitteln, inwieweit der Mann schuldfähig war.

Einen Zusammenhang zu der Tat in Wächtersbach gibt es demnach derzeit nicht. In der hessischen Kleinstadt hatte ein 55 Jahre alter Deutscher vergangene Woche auf einen Eritreer geschossen und schwer verletzt. «Wir ermitteln in alle Richtungen», sagte die Sprecherin. So würden noch Zeugen vernommen und Videomaterial ausgewertet.

Am Tatort herrschte am Dienstag Entsetzen. Zahlreiche Menschen legten am Bahnsteig 7 des Hauptbahnhofs Blumen, Kerzen und kleine Teddybären nieder. Am Abend soll es im Bahnhof eine öffentliche Andacht geben, an der Vertreter von katholischen und evangelischen Gemeinden teilnehmen.