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Nach Klinikaufenthalt: Nawalny wieder zurück im Gefängnis

Nach Klinikaufenthalt: Nawalny wieder zurück im Gefängnis
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ANASTASIYA VASILYEVA
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Im Moskauer "Krankenhaus 64" wurde Kremlkritiker Alexej Nawalny untersucht und dann erneut ins Gefängnis zurückverlegt. Offiziell ist von einem Allergieschock die Rede. Nawalnys Umfeld hält das für kaum plausibel, er habe keinerlei Allergien.

Seine Anwältin und seine Ärztin glauben, dass er vergiftet wurde und halten seine Rückkehr ins Gefängnis für äußerst gefährlich.

Die giftigen Stoffe seien womöglich noch in seiner Zelle vorhanden, meint die Ärztin Anastasija Wassiljewa. Dass er zurückgeschickt wurde, als es ihm gerade erst besser ging, ohne Testergebnisse, ohne zu verstehen, um welche chemische Substanz es sich handelt, verletze seine Rechte.

Seitens der Krankenhausleitung hieß es, der Patient habe sich einer Reihe therapeutischer und diagnostischer Maßnahmen unterzogen, darunter auch Laboruntersuchungen. Sein Zustand habe sich deutlich verbessert, der Patient sei entlassen worden.

Geschwollene Augenlieder, Abzesse am Hals

Zum Zeitpunkt seiner Verlegung ins Krankenhaus litt Nawalny an geschwollenen Augenlidern und Abszessen an Hals, Rücken, Brust und Ellbogen. In einem Video ist zu sehen, wie Nawalny die Klinik in Richtung Ausgang verlässt.

Der Oppositionelle hatte zu Protesten aufgerufen, weshalb ihn ein Gericht am vergangenen Mittwoch zu 30 Tagen Haft verurteilt hatte. Hintergrund war, dass Oppositionelle und unabhängige Kandidaten nicht zu den Regionalwahlen in sechs Wochen zugelassen wurden.

"Am Dienstag wird über den Antrag von Alexei Nawalnys Anwältin auf Strafverkürzung entschieden", berichtet Euronews-Korrespondentin Galina Polonskaya. "Hier im Krankenhaus war man der Ansicht, dass es keinen Sinn macht, den Patienten länger dazubehalten. Ich habe den Vertreter des medizinischen Personals gefragt, ob eine Gefahr für die Gesundheit Nawalnys bestehe. Meine Frage blieb unbeantwortet."