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Wie Island Alkoholkonsum unter Jugendlichen vorbeugt

Wie Island Alkoholkonsum unter Jugendlichen vorbeugt
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In Islands Hauptstadt Reykjavík Eltern abends durch die Straßen. Nicht um gemeinsam Alkohol zu trinken, sondern um ihre Kinder genau davon abzuhalten. "Parent Patrol" heißt das Projekt gegen Alkoholkonsum unter Jugendlichen. Heidar Atlason ist Vater und Teilnehmer des Projekts. "Wir treffen die Kids und wenn sie länger als vereinbart unterwegs sind, sagen wir es ihnen – höflich und nett", erklärt er das Vorgehen.

"Hier gibt es immer etwas zu tun."

Alkoholkonsum unter Jugendlichen war in Island lange ein Problem. Vor 20 Jahren trank über die Hälfte der 16-Jährigen. Inzwischen ist ihr Anteil auf 35 Prozent gesunken. Mit dazu beigetragen haben Freizeitangebote. "Ohne Jugendclubs und Programme nach der Schule würde es langweilig werden", sagt die Schülerin Karen Guttensen. "Hier gibt es immer etwas zu tun."

Finanziell gefördert werden die Angebote von der isländischen Regierung und den Stadtverwaltungen. Reykjavíks Bürgermeister Dagur B. Eggertsson zufolge zahlt sich das aus. "Wenn man den Jugendlichen Möglichkeiten bietet, dann wollen sie auch Sport treiben, ein Instrument lernen oder eine Band gründen. Es geht darum, dass sie bessere Chancen in der Gesellschaft bekommen."

Nicht das Interesse durch übermäßige Verbote wecken

Wissenschaftler haben das isländische Erfolgsmodell begleitet. Ihr Rat an Eltern: Nicht auf Regeln und Verboten herumreiten. Allein die Warnung, dass Drogen schlecht sind, werde nicht unbedingt etwas ändern. "Sie könnte sogar dazu führen, dass das Interesse steigt, je mehr die Jugendlichen darüber wissen", erklärt die Psychologin Inga Dóra Sigfúsdóttir von der Universität Reykjavík. "Ich war ein punkiger Teenager und wurde auch erst recht neugierig, wenn ich von etwas erfahren habe."

Vielmehr sollten Eltern ihre Kinder respektvoll behandeln und ihnen Aufmerksamkeit schenken. Auch das helfe, um einem Drogenmissbrauch vorzubeugen.