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Norwegen: Polizei stuft Angriff auf Moschee als Terror ein

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Norwegen: Polizei stuft Angriff auf Moschee als Terror ein
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Die norwegische Polizei wertet den Angriff auf eine Moschee in Baerum nahe Oslo als versuchten Terrorakt. Der Verdächtigte hat laut Polizei rechtsextremistische Ansichten. Er habe online einwandererfeindliche Äußerungen gepostet und sei ein Sympathisant Vidkun Quislings, der im Zweiten Weltkrieg im besetzten Norwegen die Kollaborationsregierung führte.

Die Gemeinde fühle sich zunehmend bedroht, so Irfan Mushtaq, Vorstandsmitglied der Al-Noor-Moschee: "Lange Zeit haben die Geheimdienste die Muslime als größtes Sicherheitsrisiko für dieses Land angesehen, aber die letzten beiden größeren Terrorangriffe wurden nicht von Muslimen begangen. Unser Kinder leiden darunter, denn ihre Identität wird angegriffen. Wir werden täglich belästigt. Es ist Zeit, dass die norwegische Regierung einen klaren Standpunkt bezieht."

Die Gemeinde kam am Tag nach dem Angriff, der gleichzeitig der Beginn des Opferfestes ist, in einer vorübergehenden Moschee in einem Hotel in Baerum, einem Vorort von Oslo, zusammen. Die norwegische Regierungschefin Erna Solberg bekräftige vor Ort ihre Unterstützung: "Wir müssen mit dem Kampf gegen Hassreden weitermachen. Wir haben einen speziellen Aktionsplan, nicht nur gegen Islamophobie, sondern auch gegen andere Gruppen, die Hass ausgesetzt sind. Wir müssen in Schulen gehen, um das Verständnis füreinander zu fördern."

Der Verdächtige war bewaffnet in die Moschee eingedrungen und wurde von einem Gläubigen überwältigt. Beide Männer wurden leicht verletzt, der mutmaßliche Angreifer festgenommen. Er verweigert bisher die Aussage. In seiner Wohnung fand die Polizei kurz nach dem Angriff die Leiche einer Frau, die laut Ermittlungen seine Stiefschwester war.