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Brände vernichten den Lebensraum Wald

Brände vernichten den Lebensraum Wald
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In Sibirien und im Amazonasgebiet schrumpfen die Wälder mit atemberaubender Geschwindigkeit. Seit Wochen wüten in der Taiga, dem für das Weltklima wichtigen Waldgürtel, riesige Brände. Der Rauch ist aus dem All sichtbar und erreicht bereits Kanada. Allein auf einer 2,7 Millionen Hektor großen Fläche wird derzeit nicht gelöscht, weil das Gebiet sehr abgelegen ist. Nach Angaben der russischen Forstbehörde haben sich die Brände in den vergangenen Tagen weiter ausgebreitet. Greenpeace zufolge wurden seit Jahresbeginn mehr als 13,4 Millionen Hektar Wald durch Brände vernichtet.

Rückschlag der Waldschutzpolitik mit Folgen

Der WWF-Forstspezialist Pablo Pacheco ist der Ansicht, dass es in einigen Ländern zu einem Rückschlag in der Waldschutzpolitik mit sichtbaren Folgen kommt:

"Es gab große Anstrengungen von Regierungen, Zivilgesellschaft und Landwirten, um den Grad der Entwaldung zu reduzieren. Aber wie man sieht, können sich diese Bemühungen von einem Moment auf den anderen ändern. Meiner Meinung nach ist eine der wichtigsten Herausforderungen, vor der wir stehen, die Kohlenstoffemissionen in die Atmosphäre zu begrenzen."

Die Kohlenmonoxidemissionen in Sibirien erreichten laut EU-Daten in diesem Monat ihren Höhepunkt. Ein ähnliches Bild ergibt sich im Amazonasgebiet. Dort verhängte der Gouverneur des brasilianischen Bundesstaats Amazonas den Ausnahmezustand: Die Kohlenmonoxidwerte lagen in der ersten Augustwoche weit über dem Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre.

Zuckerbrot und Peitsche

Die Zunahme der Waldbrände verkleinert den größten Grüngürtel der Welt unaufhörlich. Brände sind eine Methode in der Landwirtschaft zur Entwaldung. Laut dem Spezialisten der Umweltorganisation ist die Situation noch zu retten, aber nur mit Einbindung der Landwirte:

"Was wir brauchen, sind Zuckerbrot und Peitsche: gute Durchsetzung der bestehenden Vorschriften, gute Regierungssysteme, aber auch Anreize für die Landwirte, diese Optionen zu wählen. Aber ja, das sind reversible Probleme, wenn es den politischen Willen gibt und die Landwirte die richtigen Anreize haben, die Entwaldung einzudämmen".

Lebensraum Wald

Wälder bedecken 32 Prozent der Landfläche der Erde. Sie nehmen pro Jahr zwei Milliarden Tonnen Kohlendioxid auf. 75 Prozent des Süßwassers stammen aus bewaldeten Wassereinzugsgebieten. Und sie bieten 80 Prozent der Landtierarten einen Lebensraum.