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Eilmeldung

Amazonas verkündet Ausnahmezustand wegen steigender Anzahl von Waldbränden

Amazonas verkündet Ausnahmezustand wegen steigender Anzahl von Waldbränden
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NASA / MODIS / Earthview
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Der brasilianische Staat Amazonas hat wegen einer steigenden Zahl von Bränden in der Region den Notstand ausgerufen. Die Vorhersage für diesen Montag zeigt, dass die Kohlenmonoxid-Emissionen, welche durch Verbrennung entstehen, an diesem Tag am höchsten sind.

Grafiken des Copernicus Atmosphere Monitoring Service, die Euronews vorliegen, zeigen, dass die Brände in den Staaten Rondônia und Amazonas viel aktiver sind als durchschnittlich in den vergangenen 15 Jahren.

Der Wissenschaftler Mark Parrington erklärte, dass vor allem in Rondônia die Tendenz besteht, dass die Brände gegen Ende August zunehmen.

Copernicus Atmosphere Monitoring Service ECMWF
Copernicus Atmosphere Monitoring Service ECMWF

Nach Angaben der Landesregierung wurden bisher in diesem Jahr 1.699 Wärmequellen von Satelliten erfasst, die meisten davon 80% im Juli. Die Zahl ist jedoch kleiner als 2016 (2.221) und 2017 (1.784) und nur leicht über der Zahl 2018 (1.695).

Der Bundesstaat Amazonas ist in dieser Saison jedoch nicht am stärksten betroffen - in Mato Grosso gab es beispielsweise 8.799 Brände bis zum 2. August. Das ist ein Anstieg von 39% gegenüber 2018, welches bereits durch eine hohe Anzahl von Bränden gekennzeichnet war.

Brände sind eine gängige landwirtschaftliche "Reinigungstechnik" in der Region, obwohl sie zu dieser Jahreszeit gerade wegen der Ausbreitungsgefahr illegal sind. Sie sind auch eine der Methoden der illegalen Abholzung.

Mit dem Satellit Sentinel 2 von Copernicus war es einfach, Waldbrände in der Gegend zu verfolgen.

Die Amazonas-Regierung kann nicht bestätigen, ob die diesjährigen Brände aus landwirtschaftlicher Tätigkeit oder aus Waldrodung stammen. Offizielle Daten der brasilianischen Raumfahrtagentur werden erst 2020 konsolidiert.

Der Direktor der Agentur wurde kürzlich entlassen, weil er auf die hohe Entwaldungsrate im Amazonaswald aufmerksam gemacht hat. Das Überwachungssystem des Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais (INPE) registrierte in diesem Jahr eine Zerstörung von 4.699 Quadratkilometern gegenüber 2.810 Quadratkilometern in der Vorperiode, wie die Daten auf der Website der Agentur zeigen.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro warf der Agentur vor, "Lügen" zu erfinden, die die Handelsgespräche des Landes beeinträchtigen.

"Nachrichten wie diese, die nicht der Wahrheit entsprechen, verursachen großen Schaden für das Image Brasiliens", sagte Bolsonaro vergangene Woche auf einer Pressekonferenz.

Infolgedessen kündigte das Bundesumweltministerium an, die Förderung von Projekten zum Schutz von Wäldern und Artenvielfalt in dem Land zu stoppen. "Die Politik der brasilianischen Regierung im Amazonas(-Gebiet) lässt Zweifel aufkommen, ob eine konsequente Reduzierung der Entwaldungsraten noch verfolgt wird", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dem Berliner "Tagesspiegel".

Der Bundesstaat Mato Grosso verbietet landwirtschaftliche Brände zwischen dem 15. Juli und dem 15. September. Aber auch dort zeigen Satellitenbilder verschiedene aktive Waldbrände.

Satelliten zeigen auch die Gasemissionen der Brände, die ein besserer Indikator für die Intensität sind.

Copernicus Atmposphere Monitoring Service
Aerosol-Emissionen am 9. AugustCopernicus Atmposphere Monitoring Service
Copernicus Atmposphere Monitoring Service / MODIS
KohlenmonoxidemissionenCopernicus Atmposphere Monitoring Service / MODIS

"Die Zunahme der Waldbrände im Staat ist beunruhigend. Das Abholzungswarnsystem der INPE zeigte einen Anstieg dieser Werte", sagte Eduardo Taveira von der Amazonas Sustainable Foundation.

Die in der vergangenen Woche aktualisierten Deter-B-Daten deuten auf eine zunehmende Abholzung im sogenannten legalen Amazonasgebiet hin.

Laut einem Bericht der Regierung gab es keine Waldrodung in den 42 vom Staat geschützten Gebieten, die in der Verantwortung der Amazonas-Regierung liegen.

Die Landesregierung schärft auch das Bewusstsein der Landwirte und verstärkt ihre Präsenz in gefährdeten Gebieten, um illegale landwirtschaftliche Brände einzudämmen und die Entwaldung zu verhindern.