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"Ich sehe für mich keine glückliche Zukunft im Iran"

"Ich sehe für mich keine glückliche Zukunft im Iran"
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Unsere Euronews-Korrespondentin Anelise Borges hat einige junge Iraner in Teheran getroffen, um mit Ihnen über ihre Zukunftsperspektiven zu sprechen.

Anelise Borges, Euronews: "Wie sieht die Zunkunft des Irans aus? Das wird gerade über die Grenzen des Iran hinaus diskutiert und viele glauben, dass es sogar dort entschieden wird. Doch hier gibt es nicht wenige Menschen, die gerne bei diesem Thema mitreden würden.

Ich bin heute hier mit einigen jungen Iranern, um mit ihnen darüber zu sprechen, was sie von ihrer eigenen Zukunft und der Zukunft ihres Landes erwarten. Vielen Dank, dass ihr hier seid!

Ich würde gerne mit dir anfangen, Arian. Was ist heute deine größte Sorge?"

Arian Nabizadeh, Verwaltungsbeamter: "Obwohl unsere Regierung mit aller Kraft versucht, die Auswirkungen der Sanktionen abzufedern, glauben viele Menschen nicht, hier eine gute Arbeitsstelle zu bekommen. Und tatsächlich versuchen gerade viele auszuwandern."

Anelise Borges, Euronews: "Genau darüber haben wir schon mal gesprochen, Negin. Du möchtest weggehen und zum Beispiel nach Kanada ziehen. Warum? Warum willst du den Iran verlassen"

Negin Sadeghi, Schmuckdesigner: "Der wichtigste Grund für mich ist meine Arbeit. Aber ich spreche hier nicht über Geld. In unserem Schmuckmarkt gibt es keine Urheberrechte. Und deshalb können wir hier nicht viel lernen."

Anelise Borges, Euronews: "Sepehr, was möchtest du in Zukunft tun und glaubst du, dass du hier in diesem Land deine Träume verwirklichen kannst?"

Sepehr Najafi, studiert Chemie: "Ich möchte in meiner Zukunft vor allem glücklich sein. Das sehe ich hier nicht, ich möchte wegziehen und aus dem Iran weggehen, in die USA. Ich war in den letzten vier Jahren zweimal in den Amerika und es ist nicht so, wie viele Menschen hier denken. Es ist eigentlich wie hier, aber härter und auch freier. Die Menschen dort sind frei und bekommen das, was sie für ihre harte Arbeit verdienen."

Anelise Borges, Euronews: "Meine nächste Frage möchte ich an Euch alle gleichzeitig stellen. Wer glaubt - wie es oft im Ausland, der Außenpolitik und den ausländischen Medien dargestellt wird - dass die USA ein Feind des Irans ist?"

Sanaz Mehrdar, ProjektleiterinTelekommunikation: "Ich glaube, ich habe deine Frage falsch verstanden. Ich glaube nicht, dass irgendein Land ein Feind eines anderen Landes sein kann. In jedem Land gibt es viele gute und einige schlechte Menschen. Das ist genau der Punkt, weswegen alle jungen Leute hier Pläne haben, weg zu gehen. Das ist einer der Gründe, warum sie ihr Land verlassen wollen"

Anelise Borges, Euronews:"Ein großer Teil der Welt verfolgt die Verhandlungen, diese endlosen Verhandlungen zwischen dem Iran und dem Rest der Welt, um das Atomabkommen zu retten. Interessiert Euch das auch? Schaut ihr jeden Tag die Nachrichten, wisst ihr was passiert? Und macht ihr Euch deswegen Sorgen?"

Matin Shamlou, studiert Wirtschaft: "Auf jeden Fall ist es wirklich wichtig für uns alle. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen und das Beste aus unserem Leben machen wollen, ist es eine gute Idee, in ein anderes Land auszuwandern und ein anderes Leben zu führen."

Anelise Borges, Euronews: Raha, du hast mir als Erste gesagt, dass du gerne hier bleiben würdest, wenn du hier in Teheran oder im Iran einen guten Job finden könntest. Kannst du mir dazu mehr sagen? Zu deinen Zukunftsperspektiven und dazu, ob du noch Vertrauen in dieses Land hast?

Raha Emami, studiert Chemie: "Der wichtigste Grund ist meine Familie. Und obwohl ich schon einige Länder bereist habe... wenn du in deiner Heimat bist, ist alles anders. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass wir hier bleiben und dieses Land verbessern, statt in andere Länder zu gehen, um eine rosige Zukunft zu haben."

Anelise Borges, Euronews: "Vielen Dank, danke dass ihr mit mir gesprochen habt. Ich hoffe, ihr werdet euren Teil zu einer Lösung beitragen können und eure Zukunftspläne verwirklichen"