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Kataloniens Parlament ehrt Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete

Kataloniens Parlament ehrt Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete
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Die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete hat in Barcelona die Ehrenmedaille des katalanischenRegionalparlaments verliehen bekommen. Ausgezeichnet wurde auch der Gründer der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, Oscar Camps. Überreicht wurden die Ehrenmedaillen vom katalanischen Parlamentspräsidenten Roger Torrent, die Laudatio hielt Fußballtrainer Pep Guardiola.

Die deutsche Staatsbürgerin Rackete war Ende Juni in Italien festgenommen worden, nachdem sie ihr Schiff „Sea-Watch 3“ mit 40 Flüchtlingen an Bord in den Hafen von Lampedusa gesteuert hatte, obwohl Italiens damaliger Innenminister Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega-Partei das Anlegen von Rettungsschiffen in italienischen Häfen verboten hatte.

Carola Rackete:

"Die italienischen Behörden ermitteln noch gegen mich, aber bin ich besorgt? Ehrlich gesagt, nein. Weil meine Handlungen gerechtfertigt waren. Was mich beunruhigt, sind die Ungerechtigkeiten dieser Welt, die angetrieben werden durch ein auf Wachstum getrimmtes Wirtschaftssystem und politische Machtstrukturen, die in der Kolonialzeit verwurzelt sind."

Die italienische Staatsanwaltschaft wirft Rackete Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie das Eindringen in italienische Hoheitsgewässer vor. Rackete hatte ihr Vorgehen mit der verzweifelten Lage der Menschen an Bord begründet, nachdem sich über zwei Wochen lang kein Hafen zur Aufnahme der „Sea-Watch 3“ bereit erklärt hatte.

Carola Rackete:

"Ich sehe einen sehr, sehr dringenden Handlungsbedarf, weil jede Woche Menschen ihr Leben verlieren - im Mittelmeer, das ich als unsere gemeinsame europäische Grenze betrachte,. Ich meine, die europäischen Bürger haben die Pflicht, sie zu schützen."

Der Kapitänin drohen bis zu 50.000 Euro Geldbuße wegen Verstoßes gegen die Hafen- und Gewässersperrung und bis zu zehn Jahre Haft wegen Widerstands und Gewaltanwendung gegen ein Kriegsschiff.

ERMITTLUNGEN, KLAGEN

Rackete selbst beschuldigt Salvini in einer
Verleumdungsklage, Menschen in sozialen Medien zum Hass anzustacheln.

Der Chef der rechten Lega war bis vor kurzem italienischer Innenminister und hatte die Häfen des Landes für Schiffe mit Flüchtlingen weitgehend geschlossen. Auf Facebook bezeichnete Salvini Rackete mehrfach als «deutsche Kommunistin». «Ich werde niemals nachgeben», versicherte Salvini, dessen Partei der neuen italienischen Regierung nicht mehr angehört.

Die geretteten Migranten waren einige Stunden nach dem Anlegemanöver in Lampedusa an Land gegangen - mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, hatten sich bereit erklärt, die Schutzsuchenden aufzunehmen.

su