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4. Schiff für Sea-Eye: "Der einzige Weg ist über das Mittelmeer"

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Schiffstaufe der "Sea-Eye 4"
Schiffstaufe der "Sea-Eye 4"   -   Copyright  Sea Eye - Katarzyna Gmitrzak
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Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye bekommt ein neues Schiff. Am Sonntag wurde die "Sea-Eye 4" offiziell getauft. Es ist das insgesamt vierte Rettungsboot der NGO, die sich um in Seenot geratene Menschen im Mittelmeer kümmert.

Taufpate des neuen Schiffes war Alpha Jor Barry. Der 18-Jährige gehört zu den ersten 17 Menschen, die im Dezember 2018, nur wenige Tage nach Weihnachten, von der "Alan Kurdi" gerettet wurden.

"Der einzige Weg rauszukommen ist über das Mittelmeer", sagt er. "Man kann nicht zurück, nur nach vorne. Und vorne - da haben nur etwa zehn Prozent eine Chance zu überleben. Wenn humanitäre Schiffe, wie die Sea Eye, nicht auf dem Meer unterwegs wären, würden noch viel mehr Menschen sterben.

"Wut über diese europäische Schande"

Das neue Schiff wird derzeit noch zu einem Rettungsschiff umgebaut. Eröffnet wurde die Taufe von Bundestagsvizepräsidentin und Sea-Eye-Mitglied Claudia Roth.

In diese Trauer mischt sich auch Wut über diese europäische Schande. Über ein bewusstes Versagen, über die Verweigerung einer gemeinsamen Asyl- und Flüchtlingspolitik. Über die Verweigerung einer staatlich getragenen, zivilen europäischen Seenotrettung. Über die Verweigerung eines dauerhaften und solidarischen Verteilmechanismus für gerettete Menschen in Europa.
Claudia Roth
Bundestagsvizepräsidentin

"Sea-Watch 3" rettet 360 Menschen

Unterdessen teilte die Organisation Sea-Watch mit, den dritten Tag in Folge Migranten im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet zu haben. Am Sonntag, so hieß es, seien insgesamt 214 Menschen an Bord der "Sea-Watch 3" genommen worden.

In den vorangegangenen beiden Tagen hatten die ehrenamtlichen Helfer insgesamt rund 145 Personen aufgenommen. Viele waren entkräftet und wurden nach Angaben von Sea-Watch medizinisch versorgt. Unter den Geretteten seien auch unbegleitete Minderjährige, hieß es weiter. Bei der Rettung am Samstag eilte die "Sea-Watch 3" zu Hilfe, nachdem das Schlauchboot der Flüchtlinge Luft verloren hatte.

Zwangspause für Rettungsschiff beendet

Damit befinden sich insgesamt rund 360 Migranten an Bord des Schiffs. Vor etwas mehr als einer Woche hatte die "Sea-Watch 3" nach sieben Monaten "Zwangspause" den Hafen der spanischen Stadt Burriana verlassen, wie die Organisation damals mitgeteilt hatte. Am Donnerstag war die Crew im anvisierten Suchgebiet rund 30 Seemeilen vor der Küste Libyens angekommen.