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Seehofer in Ankara: Flüchtlingsfrage "gemeinsam lösen"

Seehofer in Ankara: Flüchtlingsfrage "gemeinsam lösen"
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Angesichts des wackelnden Flüchtlingsabkommens mit der Türkei haben EU-Vertreter und Bundesinnenminister Horst Seehofer Gespräche mit Ankara geführt. Das Ziel: Die zuletzt stark gestiegenen Flüchtlingszahlen einzudämmen.

Der Flüchtlingspakt von 2016 sieht eigentlich vor, dass die EU illegale Migranten zurück in die Türkei schicken kann, im Gegenzug zu finanzieller Unterstützung. Doch von den bisher 36 000 Menschen, die dieses Jahr von der Türkei illegal nach Griechenland gelangt waren, wurden bislang wenige zurückgeschickt. Ankara spricht unterdessen von großen Kosten wegen der Flüchtlinge.

EU-Kommissar: Pakt mit Türkei "unerlässlich"

Neben Seehofer nahm auch der Europäische Kommissar für Migration Dimitris Avramopoulos am Treffen in Ankara teil. Dieser meinte:

"Es ist dringend erforderlich, die illegale Migration aus der Türkei weiter zu kontrollieren und zu verhindern. Ich würdige die von der Türkei bereits geleistete Arbeit, insbesondere angesichts des anhaltenden Migrationsdrucks auf das Land. Die weitere Zusammenarbeit zwischen der Türkei und den griechischen Behörden ist unerlässlich."

Horst Seehofer betonte beim Treffen, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit sei:

"Die Tatsache, dass Frankreich, die Kommission und Deutschland gemeinsam nach Ankara gekommen sind, soll auch ausdrücken, dass wir diese großen Fragen - Migration und Sicherheit - nur gemeinsam lösen können. Das kann ein Land für sich alleine nicht bewältigen."

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu sagte: "Die Türkei hat all ihre Pflichten erfüllt, nicht nur die der Menschlichkeit, sondern auch das Abkommen, das sie mit der Europäischen Union unterzeichnet und abgeschlossen hat. Was diese Grundsätze betrifft, so erwarten wir, dass Europa die gleiche Haltung einnimmt."

Brennpunkt Flüchtlingslager: Seehofer auch bei Treffen in Athen

Direkt nach den Gesprächen in Ankara ist für die EU-Delegation ein Treffen in Athen angesetzt, wo es unter anderem um die schlechte Situation in den Flüchtlingslagern gehen soll. Die Auffanglager auf Lesbos, Samos und anderen östlichen Inseln sind heillos überfüllt. Zuletzt sorgten ein tödliches Feuer und Auschreitungen im Registrierlager Moria für Schlagzeilen.

Griechenland hofft außerdem auf deutsche Hilfe hinsichtlich der rund 4000 unbegleiteten Kinder, die sich im Land aufhalten.

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