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Türkei verstärkt Offensive in Syrien - Sorge vor humanitärer Katastrophe

Türkei verstärkt Offensive in Syrien - Sorge vor humanitärer Katastrophe
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Zwei Tage nach Beginn der Angriffe hat die Türkei ihre Offensive in Nordostsyrien in der Luft und am Boden verstärkt. Beobachter warnen vor einer humanitären Katastrophe. Allein auf türkischer Seite wurden laut türkischen Angaben bisher neun Zivilisten durch Vergeltungsschläge getötet.

Unterdessen wächst die Kritik an der Operation. Die USA drohten Ankara mit harten Sanktionen, doch Präsident Recep Tayyip Erdogan zeigt sich unbeeindruckt. Die Türkei werde die Maßnahmen gegen die Kurden in Syrien, die auch vom syrischen Regime abgelehnt würden, nie beenden, egal vom wem Kritik komme, so Erdogan. Die Türkei werde von allen Seiten bedroht.

Die USA wiesen die Kritik zurück, sie hätten ihre bisherigen Verbündeten, die mehrheitlich kurdische SDF-Miliz in Nordsyrien im Stich gelassen. Washington hatte seine Truppen in der Region vor der türkischen Offensive größtenteils zurückgezogen. Auch für die Zivilbevölkerung hat das massive Konsequenzen, so Hervé Verhoosel vom World Food Programme: "Es gibt Berichte über eine massive Fluchtbewegung seit Beginn der Gewalteskalation. Über 70.000 Menschen aus Ras al-Ain und Tal Abyad wurden bereits vertrieben."

"Es ist extrem beunruhigend, was passiert", so auch Christian Cardon de Lichtbuer vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz. "Leider sieht es so aus, als seien alle Voraussetzungen für eine weitere humanitäre Krise in Syrien gegeben."

Die IS-Miliz übernahm die Verantwortung für einen Anschlag in der Grenzstadt Kamischli, bei dem lokalen Medien zufolge mehrere Zivilisten ums Leben kamen. Zudem konnten laut Angaben der Kurden vor Ort fünf IS-Kämpfer aus einem Gefängnis in der Stadt fliehen. Bei einer Explosion in der Nähe eines US-Stützpunktes gab es offenbar keine Verletzten.