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Um den Vorsitz der SPD kämpfen 6 Teams: Wer tritt an und wer nicht?

Nina Scheer und Karl Lauterbach bewerben sich als Doppelspitze für den SPD-Vorsitz.
Nina Scheer und Karl Lauterbach bewerben sich als Doppelspitze für den SPD-Vorsitz. -
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Die SPD ist auf der Suche nach einer neuen Führung und es mangelt nicht an BewerberInnen. Um die Nachfolge von Andrea Nahles hatten sich zunächst 17 SPD-Mitglieder beworben, acht Teams und ein Einzelkandidat. Doch im Laufe der Zeit zogen sich mehrere KandidatInnen zurück. Übrig bleiben sechs Duos.

Darunter sind einige bekannte Gesichter, doch auch viele, die auf nationaler Ebene kaum in Erscheinung getreten sind.

5 Wochen Casting

Auf 23 Regionalkonferenzen trafen die Bewerber ihre Basis und diskutierten über Steuern, Grundrente, Große Koalition, Klimapolitik...

An Themen fehlt es nicht. Und das erste Meeting in Saarbrücken hatte mit beeindruckenden 700 Teilnehmern gezeigt, dass die Basis an eben diesen Begegnungen und Diskussionen interessiert ist. Die Anmeldezahlen für die kommenden Treffen steigen, wie die Partei mitteilte.

Fünf Wochen dauerte die Tournee der BewerberInnen, Ab diesem Montag gibt es eine Mitgliederbefragung online und per Brief und im Dezember sollen der Kandidat oder das Duo dann auf dem SPD-Parteitag bestätigt werden.

Wir stellen die KandidatInnen vor.

Olaf Scholz (61) und Klara Geywitz (43)

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Olaf Scholz und Klara GeywitzReuters/RALPH ORLOWSKI

Der deutsche Finanzminister und Vizekanzler ist der wohl bekannteste Kandidat für die Nachfolge von Andrea Nahles. Der ehemalige Erste Bürgermeister von Hamburg tritt gemeinsam mit Klara Geywitz an. Die Potsdamerin hat entschieden, ihre Kandidatur trotz des Verlusts ihres Direktmandats bei der Landtagswahl in Brandenburg aufrechtzuerhalten. Geywitz gilt als Unterstützerin der Großen Koalition.

Ihre gemeinsame Kandidatur gab da Duo auf Twitter bekannt.

Karl Lauterbach (56) und Nina Scheer (47)

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Nina Scheer und Karl LauterbachReuters/RALPH ORLOWSKI

Der Mediziner und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und die Umwelt- und Energiepolitikerin Nina Scheer gehören zum linken Parteiflügel der SPD und positionieren sich gegen die Große Koalition. Scheer war früher Violonistin und hat neben Musik auch Jura und Politikwissenschaft studiert.

Michael Roth (49) und Christina Kampmann (39)

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Michael Roth und Christina KampmannReuters/RALPH ORLOWSKI

Auch diese beiden Sozialdemokraten gehören zum linken Parteiflügel. Kampmann war für knapp zwei Jahre Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in NRW und Roth ist Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt. Die beiden wollen das Selbstbewusstsein der SPD stärken und schreiben sich den digitalen Wandel, Klimaschutz und Globalisierung auf die Fahnen.

Die Große Koalition ist für sie kein "Wunschbündnis", klar gegen sie positionieren sie sich aber nicht.

Kampmann kommt aus Bielefeld und ist auf einem Biobauernhof aufgewachsen. Roth hat in Berlin Politik studiert und zeigt sich auf Twitter gerne mal beim Essen.

NICHT MEHR DABEI sind Hilde Mattheis (64) und Dierk Hirschel (48)

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Hilde Mattheis und Dierk HirschelReuters/RALPH ORLOWSKI

Die Bundestagsabgeordnete (64) und der Verdi-Chefökonom (48) haben ihre Kandidatur kurz vor Schluss zurückgezogen, um einem andern linek Duo den Vortritt zu lassen. Sie fordern mehr Investitionen und Personal im Gesundheitswesen, in der Pflege, im Bildungswesen, beim Wohnungsbau, bei Digitalisierung, bei Energie und Verkehr. Mattheis war vor ihrer politischen Karriere Lehrerin, Hirschel ist ausgebildeter Tischler und promovierte in politischer Ökonomie.

Norbert Walter-Borjans (66) und Saskia Esken (58)

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Norbert Walter-Borjans und Saskia EskenReuters/RALPH ORLOWSKI

Der ehemalige NRW-Finanzminister Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete und Informatikerin Esken fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen und wollen das Thema Digitalisierung voranbringen.

Boris Pistorius (59) und Petra Köpping (61)

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Boris Pistorius und Petra KöppingReuters/RALPH ORLOWSKI

Niedersachsens Minister für Inneres und Sport Boris Pistorius und die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping präsentieren sich als Kommunalpolitiker: "Wir wollen, dass niemand, der hart arbeitet, Angst vor dem Alter oder der Zukunft seiner Kinder haben muss. Wir machen Politik, damit es den Menschen morgen besser geht als heute", erklärt das Duo in seiner Präsentation auf der Webseite der SPD.

Gesine Schwan (76) und Ralf Stegner (59)

Partei-Vize Ralf Stegner und die Chefin der Grundwertekommission gelten als "Powerduett". Sie sehen die SPD in einer "existenziellen Krise" und wollen ihren Status als linke Volkspartei wiederherstellen. Interessant ist die gemeinsame Kandidatur, weil Schwan eher zum konservativen und Stegner zum linken Flügel der SPD gehört.

Schwan ist 76 Jahre alt, Professorin im Ruhestand, Vorsitzende der Grundwertekommission und leitet aktuell eine NGO zur Stärkung der Demokratie. Stegner nannte die erste Regionalkonferenz in Saarbrücken auf Twitter eine "geglückte Castingshow".

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Gesine Schwan und Ralf StegnerReuters/RALPH ORLOWSKI

Seine Kandidatur zurückgezogen hat Karl-Heinz Brunner (66)

Dem 66-jährigen Betriebswirt und Rechtspfleger Karl-Heinz Brunner wurden nur geringe Chancen gegen seine Bewerberduos zugesprochen. Er will sich vor allem für Abrüstung, Friedenspolitik, Recht und Queerpolitik einsetzen. Der fröhliche Münchner ist Unternehmensberater und arbeitete früher als Gerichtsvollzieher.

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Karl-Heinz BrunnerReuters/RALPH ORLOWSKI

Bereits von ihrere gemeinsamen Kandidatur zurückgetreten sind Simone Lange und Alexander Ahrens.

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